Kammermusik begeistert zum Jubiläum des Friedrich-Spee-Gymnasiums Rüthen mit emotionalem Konzert

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Tageszeitung „Der Patriot“ vom 11.05.2026 / Marcus Kloer

In der geschichtsträchtigen Alten Aula des Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen schlug das Jubiläumskonzert des Kammerorchesters Warstein-Rüthen einen gekonnten Bogen von der langen musikalischen Tradition an dem Rüthener Gymnasium in die Gegenwart. Das Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen hat damit einen weiteren Höhepunkt im Rahmen der Veranstaltungen anlässlich des 100jährigen Bestehens der Schule gesetzt.

Auf der Bühne konzertierte das Kammerorchester Warstein-Rüthen gemeinsam mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern verschiedener Abiturjahrgänge und schuf damit einen Abend, der musikalische Qualität und die lange Schulgeschichte miteinander verband.

Bereits in der Begrüßung erinnerten Konzertmeister Matthias Hesse und Cellist Ulrich Rikus an die lange Tradition der Musikerziehung an dem Rüthener Gymnasium. Besonders gedacht wurde den ehemaligen Musiklehrern Ferdinand Koch, der als „Musiker und Macher“ beschrieben wurde, sowie Heinz Schlosser, der sich über den Lehrerberuf hinaus maßgeblich für ein Streichorchester an der Schule eingesetzt hatte. Viele der Anwesenden verbanden mit beiden Lehrern noch persönliche Erinnerungen.

Den Auftakt machte Gustav Holsts „Brook Green Suite“ für Streichorchester mit den Sätzen „Prelude“, „Air“ und „Dance“. Die Musiker stellten die unterschiedlichen Charaktere der Sätze werkgetreu heraus – vom ruhigen, getragenen Klangbild bis zu den lebendigeren und tänzerischen Passagen. Das Orchester präsentierte das Werk unter der musikalischen Leitung von Dr. Michael Hucht klassisch routiniert und mit hörbarer handwerklicher Sicherheit.

Im anschließenden „Concerto grosso Nr. 1 F-Dur“ von Francesco Barsanti standen besonders die beiden Solisten Olaf Follmann und Heribert Kaja im akustischen Fokus. Unterstützt von Pauken und begleitet vom Streichorchester entwickelten sie am Horn in verschiedenen Sätzen ein kontrastreiches Wechselspiel, mal hymnenhaft, mal flehentlich oder aufbrechende Signale im Wechselspiel mit den tiefen Streichern.

Mit Peter Tschaikowskis „Nocturne d-Moll“ wechselte das Konzert zu einem deutlich lyrischeren Klangbild. Ulrich Rikus übernahm den Solopart am Violoncello in einem für Violoncello bearbeiteten Arrangement und setzte sich mit bestimmtem Ton von Beginn an aus dem Orchesterklang heraus. Besonders auch im Andante gelang es ihm, die bedächtige und gefühlvolle Stimmung des Stücks eindrucksvoll zu gestalten.

Andere musikalische Akzentuierungen setzte anschließend Astor Piazzollas „Milonga en Re“. Das Stück entwickelte früh einen spürbaren musikalischen Zug nach vorne und verband seine rhythmische Energie mit den für Piazzolla typischen melancholischen Linien, wodurch das Publikum hörbar mitgenommen wurde.

Zum Abschluss spielte das Kammerorchester Edvard Griegs „Aus Holbergs Zeit“, op. 40, im Arrangement für Streichorchester. Das „Praeludium – Allegro vivace“ lebte exemplarisch genannt besonders von seinen kontrastreichen Wechseln zwischen energischen, schwungvollen Passagen und ruhigeren Abschnitten. Eindrucksvoll gelang dem Werk später auch der Wechsel des Solothemas zwischen den verschiedenen Stimmen des Orchesters, wodurch das Arrangement zusätzliche Dynamik gewann.

Als Zugabe folgte schließlich Karl Jenkins’ „Palladio“, ebenfalls als klassisches Kammerstück arrangiert und mit prägnanter Rhythmik im gekonnten Zusammenspiel der Streicher.

Schulleiter Heinfried Lichte dankte am Ende allen Beteiligten für das herausragende Konzert und nannte hervorgehoben neben Konzertmeister Matthias Hesse, dem musikalischen Leiter Dr. Michael Hucht und den Solisten auch die stellvertretende Schulleiterin Dr. Barbara Kühle, die das Konzert mit großem Engagement vorbereitet hatte.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Schulgeburtstages ist das „Duo Ridiculus“, zwei Lehrer auf der Suche nach Worten, am 16. und 18. Juni, jeweils um 19.00 Uhr in der Alten Aula.