Tageszeitung „Der Patriot“ vom 4. Mai 2026 / Sarah Bsdurek
Das Friedrich-Spee-Gymnasium hat sich erweitert, und zwar um den den frisch sanierten Anbau „L8“. Dieser Arbeitstitel wurde beibehalten, denn „abgesehen davon, dass das hier die Lippstädter Straße 8 ist, haben wir die Philosophie, dass Schule Lern- und Lebensraum ist.“
Und auch in der Zahl Acht steckt laut Schulleiter Heinfried Lichte eine Besonderheit. „Wenn wir die Zahl ein bisschen kippen, dann haben wir das Zeichen für Unendlichkeit.“ Damit sollen symbolisch die vielen Lernmöglichkeiten aufgezeigt werden, die mit der Erweiterung der Schule geschaffen wurden. Nach den Osterferien ist der neue Bereich schrittweise in Betrieb genommen worden.
Die ehemalige Oberstufenbibliothek ist nicht mehr wiederzuerkennen. Sowohl Ideen des Lehrerkollegiums als auch der Schüler wurden dort verwirklicht. Für die Umstellung von G8 zurück zu G9 werden nämlich mehr Räume gebraucht. Aber nicht nur für eine größere Schülerschaft, sondern auch für verändertes Lernen. So sollen kooperative Lernformen ermöglicht werden und die Schüler die Gelegenheit bekommen, auch mal alleine oder zu zweit zu arbeiten.
„Wir sind sehr stolz und freuen uns, dass das alles so gut gelaufen ist.“
Schulleiter Heinfried Lichte über die Sanierung des Anbaus
Unter dem Stichwort Flexibilität ist der Anbau gestaltet worden. Aus den vielen kleinen dunklen Räumen ist ein Lernort entstanden, der sich mit Akustikvorhängen strukturieren und abgrenzen lässt. Neben der Modernisierung sollte aber auch der Charakter des Gebäudes erhalten bleiben. „Neuer Anspruch im alten Gemäuer“, nennt Lichte den Gedanken. Deswegen sind beispielsweise einige Wandabschnitte unverändert und roh geblieben und bilden einen starken Kontrast zur neuen Farbe.
„Wir betreten hier viel Neuland und sind gespannt darauf“, so der Schulleiter. Der Anbau soll neben dem Unterricht auch als Aufenthaltsraum dienen und neue Räume bieten neue Möglichkeiten: In der Oberstufenbibliothek kann in Ruhe gearbeitet werden. Podcasts und weitere Tonaufnahmen können in einem kleinen Klangraum aufgenommen werden. Zudem ist ein Besprechungsraum etwa für Elterngespräche geschaffen worden.
Genaue Nutzungsregeln für den neuen Bereich des Gymnasiums sollen laut Lichte noch aufgestellt werden. Fest steht aber, dass die Räume zu 50 Prozent „für die Kollegen buchbar sind“, der Rest der Zeit steht zur freien Verfügung. „Wir sind sehr stolz und freuen uns, dass das alles so gut gelaufen ist.“

