Tageszeitung „Der Patriot“ vom 7. Mai 2026 / Sarah Bsdurek
„Das Archiv lebt davon, wenn es genutzt wird, auch mal von anderen Zielgruppen als Heimatforschern“, sagt Stadtarchivar Lukas Grawe. Deshalb gibt es nun eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Friedrich-Spee-Gymnasium und dem Rüthener Stadtarchiv.
Wehrhafte Demokratie braucht nahbare Archive, sind sich Schulleiter Heinfried Lichte, Lehrerin Monika Pickmeier und Archivar Lukas Grawe einig, die sich diese Woche zusammengefunden haben, um die Bildungspartnerschaft „Archiv und Schule“ mit ihren Unterschriften zu besiegeln.
Drei bis vier Schülergruppen seien immer im Archiv, das sei für die historische Bildungsarbeit sehr wichtig, so Pickmeier. Und: „Die Erkenntnisse zeigen, dass Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus’ oder der Hexenverfolgung auch in Rüthen stattgefunden haben. Nicht nur weit weg in Berlin. So wird Geschichte vor Ort erlebbar.“
Schließlich sei das Archiv das historische Gedächtnis der Stadt und nicht nur zur Lagerung da, ergänzt Lichte. „Wenn Zukunft gestaltet werden soll, darf die Geschichte nicht vergessen werden“, betont er. Aktuelle Recherchen der Schülerschaft beschäftigen sich in diesem Jahr mit dem 100-jährigen Jubiläum des Gymnasiums.
Ziele der neuen Kooperation
Das wichtigste Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und Förderung der historischen und politischen Bildung sowie der Recherche- und Informationskompetenz von Schülerinnen und Schülern. Das Archiv ist dabei ein wichtiger Partner für die Schule, heißt es in der Vereinbarung.
Zudem wollen „Archiv und Schule wechselseitig den Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen verstetigen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gemeinsam intensivieren und ausbauen“.
Elemente der Bildungspartnerschaft
Nach einer Probephase soll die Bildungspartnerschaft von Archiv und Schule verbindlich in das Schulprogramm, das Ganztagskonzept und/ oder in die schulinternen Curricula der einzelnen Unterrichtsfächer aufgenommen werden. Solange die Kooperationsvereinbarung gültig ist – zunächst umfasst die Laufzeit fünf Jahre, kann aber nach Ablauf verlängert werden –, ist sie für alle Lehrkräfte, Mitarbeiter des Ganztages und Schüler sowie Eltern fester und verbindlicher Bestandteil des Schullebens.
Das Archiv unterstützt das Gymnasium als außerschulischer Lernort bei der Erfüllung des Bildungsauftrags. Maßnahmen und Angebote sollen gemeinsam an aktuelle Gegebenheiten in Schule und Archiv angepasst und weiterentwickelt werden.
Zu den Aktivitäten, die die vereinbarte Kooperation umfasst, zählen:
- Vorträge zu heimatgeschichtlichen Themen durch den Stadtarchivar
- Archivbesuche und -recherchen durch Schülerinnen und Schüler
- Sonstige, noch festzulegende Aktivitäten

