Vergangenen Freitag erhielten wir, die beiden Erdkunde-Leistungskurse, bei einer Exkursion auf das Gut Körtlinghausen in Kallenhardt einen Einblick in die Prinzipien nachhaltiger Landwirtschaft.
Dabei unterstützte uns „FRAM Science und Travel“ in Begleitung von Geograph Dr. André Baumeister und mehrere Mitarbeiter*innen der Ruhr-Universität Bochum, sowie Inge von Bonin als Pächterin des Gutes.
FRAM steht für Expeditionen, die Wissen schaffen, Natur schützen, Menschen begeistern und regionale Gemeinschaften stärken. Unsere Exkursion diente der praktischen Erprobung selbst entwickelter Bildungskonzepte für nachhaltige Entwicklung auf einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb.
Zuerst wurde uns der Hof selbst vorgestellt und wir erfuhren einiges über die Tierhaltung und den Ackerbau auf Körtlinghausen. Wir lernten, dass eine Varianz von Getreidesorten angebaut wird, die dem Prinzip der Fruchtfolge folgt. Dies bedeutet, dass immer wieder verschiedene Pflanzen auf einem Feld angebaut werden, um den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit langfristig zu gewährleisten. Schweine gibt es auf dem Hof nicht mehr, dafür aber Kühe zur Weidehaltung.
Im Anschluss folgte eine Raumwahrnehmungsübung, bei der wir die Umgebung und den vielfältigen Lebensraum der Natur genau unter die Lupe nehmen mussten. Ziel war es dabei, die Landschaft zu lesen und zu verstehen, um anschließend eine Kartierung anzufertigen. Anschließend haben wir Bodenproben aus verschiedenen Tiefen genommen, um die Temperatur und den pH-Wert zu messen. Unsere Erkenntnisse haben bestätigt, dass der hier vorkommende Naturboden sehr nährstoffreich ist und viel Wasser speichern kann, was ihn für die lokale landwirtschaftliche Nutzung vielfältig einsetzbar macht. Beim letzten Experiment haben wir eine Gewässerprobe der Glenne genommen und dabei am „Citizen Science Project DNA macht Schule“ teilgenommen. Das Projekt hilft uns, mit Umwelt-DNA herauszufinden, welche Biodiversität in der Glenne vorherrscht, da bisher viele Daten für kleine Gewässer in Nordrhein-Westfalen nicht bekannt sind. Es ist wichtig, auch den ökologischen Zustand unserer kleineren Gewässer zu erforschen, damit jeder einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten kann. Auch hier haben wir zusätzlich erneut Temperatur, Nährstoffgehalt und pH-Wert gemessen, aber konnten gleichzeitig auch richtig aktiv werden und den Bach eigenständig erkunden!
Nach einer gemeinsamen Pause mit selbstgebackenem Kuchen wurde gegen Ende der Exkursion eine Auswertung der Stationen durchgeführt, indem wir gemeinsam reflektiert und über den Nährstoffkreislauf sowie die nachhaltige Landwirtschaft in unserer Gesellschaft gesprochen haben. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die ökologische Landwirtschaft natürliche Nährstoffkreisläufe fördert, den Boden gesund hält und Ressourcen schont, da durch die Nutzung vielfältiger Kulturböden und abwechslungsreicher Anbauformen zugleich die Artenvielfalt auf Feldern als auch in Wäldern gestärkt wird.
Nachhaltige Landwirtschaft in unserer Umgebung macht also einen wichtigen Unterschied – gar nicht schwer, dafür umso wichtiger für Natur, Böden und Artenvielfalt. Setzt auf Regionales statt Globales!
Ella Hötte, Q1















