Wie es seit einigen Jahren Tradition ist, haben sich auch im Schuljahr 2025/26 wieder mehrere Schülerinnen und Schüler des FSG allein oder zu zweit auf den Weg ins europäische Ausland gemacht oder einen Gast bei sich aufgenommen. Bei Aufenthalten zwischen einer Woche und drei Monaten konnten sie bereichernde, berührende und auch belustigende Erfahrungen machen…
Biodiversität im deutsch-englischen Vergleich
UK-German Exchange Fellowship
Ida Jacobs (Klasse 10) und ihre Austauschpartnerin Poppy Wilkins von der John Masefield High School in Ledbury erhielten ein Stipendium von UK-German Connection, um jeweils zwei Wochen in England und in Deutschland ein gemeinsames Forschungsprojekt durchzuführen. Sie untersuchten im Frühjahr 2026 Wiesenflächen in Hereford und im Bilsteintal, um herauszufinden, welche Tiere und Pflanzen man dort findet und durch welche Projekte man die Biodiversität dort verbessern kann.

Nebenbei lernten sie den Alltag kennen: Poppy war erstaunt, als sie zum ersten Mal die in England unbekannte Mischung aus Cola und Orangenlimonade probierte („And you actually like this?“), Ida berichtete: „Die ganze Familie – Mutter, Vater, Schwester, Poppy und ich – saß auf dem Sofa. Als Willow, der Hund, darauf gesprungen ist, ist das Sofa zusammengebrochen. Und wir haben es gemeinsam wieder repariert und sehr lange gelacht.“
Schule ohne Schuluniform, dafür mit Karneval
Individualaustausch mit England
Greta Aust und Charlotte Schmid (Q1) waren bereits Ende des letzten Schuljahrs an der John Masefield High School in Ledbury zu Gast. Im Januar 2026 empfingen sie ihre Austauschpartnerinnen Hannah Lumb und Sophie Cage zum Gegenbesuch. So konnten die englischen Schülerinnen erfahren, wie sich eine Schulwoche in Deutschland – ganz ohne Schuluniform – anfühlt.
Auch außerhalb der Schule konnten sie viele neue Erfahrungen machen, die Ledbury nicht bietet: typisch deutsch essen gehen, Schlitten fahren, in Dortmund einkaufen, den Frankfurter Main-Tower und den Rüthener Wasserturm besuchen. Das Highlight des Austauschs war aber für Hannah und Sophie der Karneval in Meiste. „Fia hat noch lange über den Faschingsball geredet“ und „Hannah hat auf dem Weg zum Flughafen fast die ganze Fahrt über Karnevalslieder gesungen“, berichteten ihre Austauschpartnerinnen.






Im Internat in Frankreich
Brigitte-Sauzay-Austausch
Brigitte-Sauzay-Austausche umfassen einen je dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland und in Frankreich und werden vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) gefördert. Johanna Dauk (EF) hatte ihre Austauschpartnerin Laëlle Giraud über die Kleinanzeigen des DFJW gefunden.
Nachdem Laëlle bereits im letzten Schuljahr in Rüthen war, verbrachte Johanna das erste Quartal des Schuljahrs 2025/26 am Lycée Honoré D’Urfé in Saint-Étienne, das in Ostfrankreich am Rande des Zentralmassivs liegt. Während der Woche wohnte sie im Internat mit ihrer Austauschpartnerin, die sie allmorgendlich mit „Salut princesse, ça va ? Est-ce que t’as bien dormi ?“ begrüßte. Die Wochenenden verbrachten die beiden bei Laëlles Eltern. „Meine Lieblingsorte waren die wunderschöne Stadt Nancy und der kleine Bauernhof von Laëlles Vater“, berichtete Johanna.


Frankreich ganz nah
Individualaustausch ins Elsass
Seit gut einem Jahr besteht der Kontakt zum Lycée Scheurer-Kestner in Thann, einer elsässischen Stadt, die ähnlich groß (oder klein) wie Rüthen ist. Für Austausche ist die Region nicht nur wegen ihrer wunderschönen Berglandschaft, sondern auch wegen der grenznahen Lage attraktiv – die Austauschschüler können mit dem ICE ohne Umstieg von Dortmund nach Basel fahren und dort von ihren Gastfamilien abgeholt werden.
Nachdem Ricarda Kleine (Q1) ihre Austauschpartnerin Jade Fimbel im letzten Schuljahr zu Gast hatte, besuchte sie im November 2025 für eine Woche die französische Oberstufe. Ihr Fazit: „Ich fand es sehr interessant, einen anderen Lebensstil kennenzulernen. Der Austausch hat viel Spaß gemacht und mir auch geholfen, die Sprache besser zu verstehen.“


Schule in der Jubiläumszeit
Besuch aus der Schweiz
Da Deutsch eine der Landessprachen der Schweiz ist, sind die Schülerinnen und Schüler des Lycée Jean Piaget in Neuchâtel verpflichtet, einen mehrwöchigen Aufenthalt in einer deutschsprachigen Region zu absolvieren. Die Schule, mit der wir seit mehreren Jahren in Kontakt stehen, bietet verschiedene Möglichkeiten für den Sprachaufenthalt an.

Noam Cognard entschied sich für Rüthen und war drei Wochen bei Hanno und Lene Bürger (Klasse 10) zu Gast. Er nahm am Unterricht ebenso teil wie an einer Exkursion, an der Projektwoche und an den Freizeitaktivitäten seiner Gastfamilie. „Ich habe drei unvergessliche Wochen an diesem Gymnasium verbracht“, sagte Noam rückblickend. „Die Stimmung war so gut in der Klasse und die anderen Schüler waren sehr nett.“
Praktikum als LehrerIn
Spanisch-deutscher Praktikumsaustausch
Der Praktikumsaustausch mit der British School of Costa Daurada in Tarragona am Mittelmeer besteht seit anderthalb Jahren. In dieser Bildungseinrichtung, die Kinderkrippe, Grundschule und weiterführende Schule umfasst, wird nach englischem Lehrplan unterrichtet und Englisch gesprochen. Merle Gusek und Mia Stemmer (Klasse 10) absolvierten dieses Schuljahr ihr zweiwöchiges Berufspraktikum als Assistentinnen im Deutschunterricht, wo sie mit den Schülerinnen und Schülern Konversation auf Deutsch übten oder bei mündlichen Prüfungen halfen.
Im Gegenzug waren ihre Austauschpartner Paula Vallvè, Alan Romera, Martí Pairot und Xavi Martorell für eine Woche am FSG zu Gast, halfen im Englisch- und Spanischunterricht und hospitierten in verschiedenen anderen Fächern. „Unsere Rüthen-Erfahrung war großartig!“, berichteten Paula und Alan nach ihrer Rückkehr. Sie fanden es beeindruckend, „die vielen verschiedenen Unterrichtsstunden und Lernstile sehen zu können“ (Alan), „den Alltag in einer so großen Schule miterleben zu dürfen“ (Paula) und waren begeistert vom wunderschönen Rüthen und der Landschaft des Sauerlands.


Wir danken der Elena Bleß-Stiftung aus Haltern am See, die mehrere der Praktikanten finanziell unterstützt hat.

