Stippvisite in der Stratosphäre
Eine Projektgruppe unter der Leitung von Jan Emmerich und Barbara Kühle bereitete im Rahmen der Projekttage zum 100-jährigen Schuljubiläum den Flug eines Wetterballons vor. Dieser startete am Mittwoch, 24. Juni, in der ersten großen Pause auf dem Altbauschulhof. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte versammelten sich, um dieses Ereignis zu verfolgen.

Vor dem Start wurde die technische Ausrüstung noch einmal gründlich überprüft und in Betrieb genommen. Nachdem die Styroporsonde mit dem technischen Equipment fest verschlossen worden war, wurde der Wetterballon mit Helium gefüllt. Marlon (6a) erläuterte während des Füllvorgangs die technischen Details und die geplanten Experimente und gab Einblicke in die Arbeit unserer Projektgruppe.
Experimente und Equipment
- Zwei Kameras dokumentierten den Flug und die in der Stratosphäre durchgeführten Experimente, ein Datenlogger zeichnete wichtige Daten wie Außen- und Innentemperatur sowie Steig- und Sinkgeschwindigkeit des Ballons auf.
- Eine stärkehaltige Kaliumiodidlösung sowie eine Lösung mit Indigoblau wurden mitgeführt, um die Ozonschicht in der Atmosphäre durch einen Farbumschlag nachzuweisen. Ein Schokokuss wurde auf die Reise in die Stratosphäre geschickt, um die Auswirkungen des sinkenden Luftdrucks zu demonstrieren.
- Ein von Levi (8a) konstruiertes 3D-Modell unserer Schule sowie ein Lego-Astronaut mit Jubiläumslogo und einem Schild der fördernden Dr. Arnold Hueck-Stiftung machten sich ebenfalls auf den Weg in die Stratosphäre.





















Flugverlauf
Laut Vorausberechnung der Route sollte der Ballon zunächst in Richtung Willingen fliegen, anschließend seine Richtung ändern und in der Nähe von Sundern landen. Tatsächlich verlief der Flug jedoch anders als erwartet: Die Richtungsänderung erfolgte erst weiter südlich in der Nähe von Winterberg und nach einem deutlich längeren Flug Richtung Westen bewegte sich der Ballon schließlich bis in den Raum Düsseldorf.
Mit zunehmender Flughöhe brach der Kontakt zur Sonde planmäßig ab, das letzte Signal erreichte uns um 11:53 Uhr aus der Nähe von Willingen. Der mit Schülern und Lehrern vollbesetzte „Bergungsbulli“ machte sich in der Zwischenzeit auf zum vorausgesagten Landeort Sundern. Da wir aber auch nach fast vier Stunden Flugzeit kein neues Signal erhalten und bereits verschiedene Theorien zum Verbleib der Sonde aufgestellt hatten, machte sich die Gruppe enttäuscht wieder auf den Weg Richtung Rüthen.
Überraschend erreichte uns jedoch gegen 15.45 Uhr ein GPS-Signal aus der Nähe von Düsseldorf, die Sonde landete schließlich gegen 16 Uhr nach mehr als 5 Stunden Flug in der Nähe von Mettmann.












Bergung der Sonde
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des entfernten Landeorts musste die zunächst mitgereiste Schülergruppe ihren Lehrkräften die Bergung der Sonde leider alleine überlassen. Diese mussten gegen 18 Uhr feststellen, dass die Sonde in einer Hochspannungsleitung gelandet war und dort in 18m Höhe über einer Fahrbahn baumelte. Aus Sicherheitsgründen war die normalerweise vielbefahrene Straße in einem Industriegebiet bereits von der Polizei abgesperrt. Die Hochspannungsleitung musste durch Fachkräfte des Netzbetreibers abgeschaltet und geerdet werden, bevor die Sonde dann gegen 23:00 Uhr endlich mit Hilfe eines Drehleiterwagens der Feuerwehr sicher geborgen werden und von den erleichterten Lehrkräften in Empfang genommen werden konnte.





Ergebnisse und Fazit
Die Auswertung der Bilder und Messdaten wird noch einige Tage in Anspruch nehmen. Natürlich soll auch ein „Projekt-Video“ erstellt werden, das unseren Jubiläumsflug von der Vorbereitung bis zur Bergung der Sonde und der Auswertung der Daten und Experimente dokumentiert.
Bereits jetzt konnten jedoch erste Ergebnisse festgestellt werden:
- Die Braunfärbung der Kaliumiodidlösung zeigt elementares Iod an, das sich durch die Reaktion mit Ozon gebildet und daraufhin in Stärkemoleküle eingelagert hat. Die Ozonschicht ist damit auch durch unseren Flug erfolgreich nachgewiesen worden.
- Die Auswirkungen des abnehmenden Luftdrucks auf den Schokokuss, der sich mit zunehmender Höhe immer weiter aufgebläht hat, konnte ebenfalls eindrucksvoll beobachtet werden.
Da der Flug unserer Sonde insgesamt über fünf Stunden dauerte, reichte die Speicherkapazität der Kameras leider nicht aus, um auch den Landeanflug samt Landung in der Hochspannungsleitung aufzunehmen. Zudem wurde die Sonde bei der Landung in der Hochspannungsleitung beschädigt, sodass unser 3D-Modell samt Lego-Astronaut nicht unversehrt geborgen werden konnte.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Dr. Arnold Hueck-Stiftung, der Karl-Kolle-Stiftung und dem Förderverein, ohne die unser „Jubiläumsflug“ nicht möglich gewesen wäre.
Trotz der Herausforderungen aufgrund des ungewöhnlichen Flugverlaufs war das Projekt ein voller Erfolg und für alle Beteiligten eine spannende und tolle Erfahrung!

