Deutschlands dienstältestes Lehrerkabarett am Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen zu Gast

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Tageszeitung „Der Patriot vom 22. März 2026 / Marcus Kloer

„Umsonst ist der Tod, und Vertretungsunterricht“ – das Lehrerkabarett „Die Daktiker“ hielt seinem Publikum an einem humorvoll-satirischen Abend in der Alten Aula des Friedrich Spee Gymnasiums einen vielschichtigen Spiegel vor – dem Lehrerberuf, seinen strukturellen Rahmenbedingungen, aber auch Schülern, Eltern und nicht zuletzt den Lehrern selbst. Mit pointierten Szenen und musikalischen Einlagen wurde der Schulalltag in seinen Routinen, Widersprüchen und Absurditäten sichtbar gemacht. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Gymnasium Rüthen“ statt.

Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Barbara Kühle übergab die Bühne nach der Begrüßung an das Ensemble, das eine Auswahl prägnanter Szenen aus mehreren Jahrzehnten Lehrerkabarett präsentierte – ein „best of“ quasi. Im Zentrum stand die kritische Selbstbefragung eines Berufsstandes zwischen pädagogischem Anspruch und institutionellen Vorgaben. Ein roter Faden in der Gedankenwelt der „Daktiker“ war die „Analyse“ des fiktiven Städtischen Adolphinums. Schulleiterin Lengowski sowie die Herren Krick, Lass und Müller-Liebenstreit traten als Task Force auf, die mit vier Jahrzehnten Erfahrung die Bildungslandschaft vermaßen – von Chancengleichheit bis Föderalismus in der Kultusministerkonferenz.

In Szenen wie „Der Brief“ wurde Digitalisierung ironisch gebrochen, indem sie demonstrativ auf der Schreibmaschine stattfand. Rückblicke in die 1980er Jahre formulierten zugespitzt: „Ich bin die Lehrerschwemme, bist du der Pillenknick?“ – ehe sich die Situation umkehrte und mit „Steig’ bei uns ein“ der Seiteneinstieg ungeachtet von fachlicher Qualifikation und Pädagogik musikalisch beworben wurde.

Weitere Nummern widmeten sich Lehrertypen, Bürokratie und alltäglichen Belastungen durch Papierkram und nervige Schüler. Am „Elternsprechtag“ wurden sprachliche Hürden sichtbar, bei der Kommunikation mit Hilfe eines Übersetzungslexikons mit Eltern. „Poker“ um den Schuletat, Inklusion („was gut gemeint ist, wird nicht immer gut gemacht“), Pisa-Schuldzuweisungen und mehr ließen an dem Abend satirisch treffend Schule sich selbst erkennen.