Erfahrungsbericht Junior Akademie NRW Jülich 2025

Du betrachtest gerade Erfahrungsbericht Junior Akademie NRW Jülich 2025

Die Junior Akademien NRW sind der Beweis, dass Lernen auch außerhalb der Schule Spaß machen kann: coole Leute, spannende Projekte und jede Menge neue Ideen inklusive! Sie sind ein Programm für leistungsstarke, aber auch sehr engagierte Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9. Dieses Jahr haben wir, Hanno, Lene und Tudor die Chance gehabt, teilzunehmen.

Alles beginnt mit einem Schreiben, welches du zu deinem Halbjahreszeugnis erhältst. Wenn auch du bald die Möglichkeit hast dich bei den deutschen Juniorakademien zu bewerben, mach das auf jeden Fall. Dafür musst du ein Bewerbungsschreiben verfassen, welches ein Motivationsschreiben und ein Empfehlungsschreiben eines Lehrers enthalten sollte. Auch dein Zeugnis, Urkunden und weitere Auszeichnungen sind erwünscht. Es heißt nicht, dass du überall 1 stehen musst! Besonderes außerschulisches Engagement, wie z.B. Sport oder die Teilnahme an Wettbewerben sind auch wichtig.

Bei Fragen kannst du dich auch immer an die Lehrer oder an uns wenden. Wenn du angenommen wurdest, erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail. Dann solltest du dich in dem Forum registrieren, um sich für die Kurse wie Sport und den Chor anzumelden. Dies wird dir jedoch auch ausführlich erklärt. In diesem Forum hat man dann noch einmal die Möglichkeit sich auf die folgenden Tage vorzubereiten und schon einmal andere Teilnehmer kennenzulernen. Angekommen auf dem Gelände erhältst du deine Zimmerschlüssel und lernst deinen Zimmernachbarn kennen. Somit kann die aufregende Zeit beginnen.

Hey, wir sind Hanno und Lene und in den Sommerferien durften wir dann an der JuniorAkademie in Jülich teilnehmen. Unser gewählter Kurs war Biokatalyse, ein spannendes Thema, das sich mit der Rolle von Enzymen als natürliche Katalysatoren beschäftigt.

 Als wir am ersten Tag in Jülich angekommen sind, waren wir schon sehr aufgeregt. Neue Menschen, ein völlig ungewohnter Ort und ein voller Tagesplan. Gleichzeitig waren wir aber auch richtig gespannt und konnten es kaum erwarten, endlich anzufangen.

Nachdem die Akademie feierlich eröffnet wurde, hatten wir den restlichen Tag Zeit uns kennenzulernen. Und ziemlich schnell wurde uns klar: Alle Bedenken waren völlig unbegründet. Alle anderen Teilnehmer waren super nett und offen. Direkt am ersten Abend haben wir uns sehr gut mit den anderen verstanden und dabei auch schon die Nachtruhe gebrochen.

Die nächsten 10 Tage waren durch einen engen Zeitplan strukturiert:

7:30-8:30 Frühstück

9:00-12:15 Kurs

12:30-14:30 Mittag

14:30-16:00 Chor

16:30-18:30 Kurs

18:30-19:30 Abend

19:30-22:00 Kü As

22:00 Nachtruhe (offiziell zumindest…)

Wir beiden haben den Kurs Biokatalyse gewählt und damit auch die coolsten Kursleiter bekommen. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht Neues zu lernen, im Labor zu experimentieren oder auch in der Theorie mit den anderen zu lachen. Durch kleine Kurse mit nur 16 Teilnehmern, entstand eine lockere und entspannte Lernatmosphäre, sodass man sich jedes Mal auf die Kurszeit gefreut hat. Nachdem wir vormittags die Theorie besprochen haben, ging es nachmittags endlich wieder ins Labor. Dabei mussten wir nicht nur irgendwelche Aufgaben abarbeiten, sondern konnten selbst kreativ werden und neue Dinge ausprobieren.

Das Beste waren jedoch die Leute in unserem Kurs. Es gab immer etwas zu lachen und obwohl wir uns manchmal über unsere Kursleiter lustig gemacht haben oder laut waren, haben sie einfach mitgelacht oder weiter gemacht.

Nachmittags stand der Chor auf dem Plan und auch wenn man nicht besonders an Singen interessiert ist, hat es spätestens dann Spaß gemacht. Wir durften uns Songs wünschen oder auch an der Gestaltung mitarbeiten. Die ausgewählten Lieder haben wir geprobt und zum Schluss an der Abschlussfeier gesungen. Auch hier gab es eine richtig tolle Gemeinschaft, wie eigentlich die ganze Akademie über.

Zusätzlich zu unserem Kurs und dem Chor gab es auch noch kursübergreifende Angebote kurz KüAs. Jeden Abend gab es 2 KüA Schienen, in denen die unterschiedlichsten Themen und Aktivitäten angeboten wurden. Dafür musste man vor der Akademie einen Kurs vorbereiten und es hat keine Rolle gespielt, welches Thema man vorstellen wollte. Von Sport bis Werwolf war alles dabei.

Man könnte jetzt denken, dass da kaum noch Freizeit bleibt, aber dafür haben wir einfach die Zeit nach der Nachtruhe genutzt. Heimlich hat man sich in andere Zimmer geschlichen und bis spät in die Nacht geredet und gelacht. Das fanden unsere Kursleiter zwar nicht so cool, aber meistens ist alles gut gegangen und wir sind leise zurück in unser Bett. Und auch wenn die Tage anstrengend waren, hat es immer Spaß gemacht und wir wollten jede Sekunde ausnutzen.

Weitere Highlights waren ein Karaokeabend, der bunte Abend zum Ende der Akademie, aber auch der Tag der Rotation. Da haben alle Kurse ihre Themen vorgestellt, und wir konnten in andere Kurse wie Psychologie, Microcontrolling oder KI reinschauen.

Am Ende haben wir uns auf die große Abschlussfeier vorbereitet, bei der dann auch die Eltern dabei waren. Alle Kurse haben sich vorgestellt und ihre Urkunden erhalten, der Chor hat die erprobten Songs gesungen und auch das Orchester hat einige Stücke gespielt.

Hallo! Mein Name ist Tudor und ich habe ebenfalls die Deutsche JuniorAkademie 2025 besucht. Im Gegensatz zu Lene und Hanno habe ich die Akademie in Ostbevern besucht. Diese fand in der vierten Woche der Sommerferien im dort ansässigen Internat auf Schloss Loburg, einem barocken Wasserschloss, statt.

Das Besondere an dieser Akademie ist die Sprache, denn alle Kurse finden auf Englisch statt. Ich habe mich für diese etwas exotischere Herausforderung entschieden, weil mir besonders der Gedanke gefallen hat, Englisch zu sprechen. Allgemein lässt sich sagen, dass sich der grundsätzliche Aufbau nicht stark von dem in Jülich unterscheidet, im Unterschied zur Verständigung, versteht sich. Auch ich habe 10 Tage straffes Programm hinter mir, das ebenfalls mit einer kleinen Eröffnungsfeier eingeweiht wurde. Nachdem ich mich von meinen Eltern verabschiedet, und mein Zimmer bezogen hatte, ging es ans Eingemachte: die ersten Bekanntschaften. Zu Beginn waren alle etwas schüchtern, doch bereits nach der ersten Runde Kennenlernspiele hat sich die Stimmung aufgelockert und ich war einfach nur glücklich dort zu sein.

Auch ich konnte aus drei verschiedenen Kursen wählen, die alle naturwissenschaftlich orientiert waren. Dazu gehörten: „Investigating the physical universe“, „The natural world and evolution“ und „Nanotechnology“. Ich habe mich letztlich für „The natural World and Evolution“ entschieden, da dieser Kurs am meisten mit Biologie zutun hatte. In dem Kurs ging es um die Evolution und die Grundsätze der Genetik. So haben wir innerhalb der zehn Tage seitenlange wissenschaftliche Papiere gelesen, unsere Kindheitshelden zum Leben erweckt, die genauen Hintergründe so mancher erbgutbedingter Krankheiten erforscht, das Zusammenspiel von Umwelt und Genen verstanden und nebenbei wichtige Team- und Zeitmanagmentkompetenzen erlernt, und so mehr über uns selbst erfahren. Natürlich wurde der Kurs in der fremden Sprache, von zwei waschechten Briten geleitet, die einige Erwartungen an uns hatten. Besonders gut haben mir die Freiheiten gefallen, die uns im Kurs gelassen wurden. So hatten wir bspw. für eine theoretische Aufgabe einen ganzen Tag Zeit. Dazu muss man wissen, dass die Kurse in zwei 2.30 h lange Blöcke aufgeteilt wurden. Ich konnte dies zu meinem Vorteil nutzen, da ich mich morgens nicht so gut konzentrieren kann, dafür abends aber umso besser, und ich dadurch trotzdem die Leistung erbringen konnte. Im Gegenzug konnte ich, wenn ich bereits mit einem Projekt fertig war, die Zeit für andere Zwecke nutzen. Ich kann also mit vollem Gefühl sagen, dass dieser Kurs die richtige Entscheidung war.

Nachmittags, nach den Kursen, hatten wir dann noch außerunterrichtliche Angebote. Verpflichtend war eine Sport- bzw. Chor-Schiene. Wir konnten selber wählen, was uns mehr Spaß macht. Ich habe mich für den Sport entschieden, da ein bisschen Bewegung zwischen dem Kurs nicht schaden kann. Der Sport wurde von einer Studentin geleitet, bei der wir viele Dinge wie Basketball, Badminton, Volleyball oder eine Runde Brennball gespielt haben. Das Gelände verfügt über großflächige Sport- und Grünanlagen, die perfekt für ein bisschen Sport waren. Im Gegensatz zu den Kursen, findet der Rest der Akademie auf deutsch statt. Falls ihr also keine so großen Fans der englischen Sprache seid, lohnt es sich trotzdem teilzunehmen, da der Anteil wirklich machbar ist. Nach dem Abendessen fanden dann noch die zwei KüA-Schienen statt, und auch hier war das Angebot vielfältig. Dazu gehörten Werwolf-Runden in der Dämmerung, Sprachkurse (z.B chinesisch) und kreative und sportliche Angebote. Überraschenderweise war das beliebteste Angebot der Tanzkurs eines Kumpels von mir, bei dem wir zu unterschiedlicher Musik die Diskofox- und Walzer-Schritte gelernt haben.

Auch wir haben die Zeit nach den Kursen für verschiedene Aktivitäten und den freien Austausch genutzt, was sich teilweise weit über die Nachtruhe erstreckte. Dazu gehörten unsere berüchtigten Zahnputz-Raves, bei denen die Selbsternannte Hymne der Akademie, „Vamos a la Playa“ erklang. Ein weiteres besonderes Highlight war der Perseidenschauer, der dieses Jahr passenderweise genau in die Akademie-Woche fiel. Aufgrund der geringen Lichtverschmutzung war das Naturspektakel super zu sehen.

Am Tag der Abreise fand dann (wie in Jülich), die große Abschlussgala statt, bei der die Kurse ihre Projekte und gesammelten Erfahrungen, den Eltern sowie der lokalen Presse und Mitglieder aus Politik und Bildung präsentierten. Die drei unterschiedlichen Kurse hatten sich darauf geeinigt, dem Publikum ein Erlebnis „wie aus dem Fernsehen“ zu bieten, ebenfalls auf Englisch. So stellte eine Gruppe ihre Inhalte in einem kleinen Comedy-Sketch vor, während eine andere die Tagesschau hielt und eine weitere eine Talkshow namens „Walkie-Talkie“ präsentierte. Unterbrochen wurden die Vorstellungen durch musikalische Einlagen des Chors und des Orchesters, während die drei Kindermoderatoren für die passende Überleitung sorgten. Zum Schluss wurde noch der selbstgedichtete Academy-Song gesungen, bevor alle ihr persönliches Zertifikat erhielten und wir uns dann leider auf den Heimweg machen mussten.

Damit ging für uns alle eine richtig tolle Zeit zu Ende- mit viel neuem Wissen, ganz viel Lachen, neuen Freundschaften und Erinnerungen, die man nicht vergisst. Diese Akademie hat unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen

Warum würden wir die Akademie weiterempfehlen? Die Zeit dort hat uns wirklich viel Spaß gemacht. Wir haben dort so viele junge Leute getroffen, mit denen wir immer noch in Kontakt sind und uns jetzt schon auf ein Wiedersehen freuen. Gleichzeitig haben wir viele neue Erfahrungen gemacht. Diese Akademie war etwas wirklich Besonderes, sodass wir es gar nicht richtig in Worte fassen können. Wenn es nach uns geht, könnten wir noch zehnmal so viel schreiben.

Genau wegen diesen Erfahrungen und dieser unvergesslichen Zeit würden wir euch wirklich empfehlen, eine Bewerbung abzuschicken, falls ihr die Möglichkeit habt, denn was soll denn dabei schiefgehen?

Lene, Hanno und Tudor