{"id":4988,"date":"2021-05-13T18:13:53","date_gmt":"2021-05-13T16:13:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/wp\/?page_id=4988"},"modified":"2024-03-14T18:44:24","modified_gmt":"2024-03-14T17:44:24","slug":"friedrich-spee-von-langenfeld","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/friedrich-spee-von-langenfeld\/","title":{"rendered":"Friedrich Spee von Langenfeld"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Friedrich Spee von Langenfeld &#8211; Vork\u00e4mpfer gegen die Hexenverfolgung im Mittelalter<\/h1>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background-color:#f4f4f4;grid-template-columns:15% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"238\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/spee2-238x300.jpg\" alt=\"Friedrich Spee von Langenfeld\" class=\"wp-image-5077 size-medium\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/spee2-238x300.jpg 238w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/spee2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 238px) 100vw, 238px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wer war Friedrich Spee?<\/h3>\n\n\n\n<p>B\u00fcrgerl. Name:&nbsp;Friedrich Spee von Langenfeld, geboren:&nbsp;1591, gestorben:&nbsp;1635<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was hatte Friedrich Spee mit R\u00fcthen zu tun?<\/h3>\n\n\n\n<p>Friedrich Spee von Langenfeld war zwar kein R\u00fcthener, aber er war in der Umgebung, n\u00e4mlich in Paderborn, als Professor und Beichtvater f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, die wegen angeblicher Hexerei zum Tode verurteilt waren, t\u00e4tig. Spee erkannte, da\u00df die Hexen sich nicht im Bann des Teufels befanden, sondern von anderen Menschen dazu verurteilt wurden. Er forderte deswegen die g\u00e4nzlich Abschaffung der Folter. Die Hexenverfolgung war auch ein gro\u00dfer Bestandteil der R\u00fcthener Vergangenheit. Man erbaute sogar einen Turm, der zur Verbrennung von Hexen diente. F\u00fcr Spees Einsatz gegen die Hexenverfolgung errichtete man ihm an diesem Turm, der noch heute besteht, ein Denkmal.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile has-background\" style=\"background-color:#f4f4f4;grid-template-columns:auto 40%\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"599\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee03-800x600-q90-1.jpg\" alt=\"Bronzetafel am Hexenturm\" class=\"wp-image-5544 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee03-800x600-q90-1.jpg 800w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee03-800x600-q90-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee03-800x600-q90-1-768x575.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bronzetafel am Hexenturm, gestaltet von Bert Gerresheim<\/h3>\n\n\n\n<p>Dargestellt sind der Vork\u00e4mpfer gegen den Hexenwahn, Friedrich Spee von Langenfeld, von dem der fr\u00fcheste Beleg des Rechtsgrundsatzes \u201eIm Zweifel f\u00fcr den Angeklagten\u201c im deutschen Rechtsraum stammt, und Michael Stappert.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Leben des Friedrich Spee von Langenfeld!<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit 19 Jahren bittet Spee um Aufnahme in die Societas Jesu und kommt nach Trier, um dort sein Noviziat zu beginnen: sp\u00e4testens in Trier mu\u00df Spee mit dem Hexenwahn nachdr\u00fccklich konfrontiert worden sein, denn zu den Aufgaben der Novizen geh\u00f6rte es, in den umliegenden Gemeinden Katechese abzuhalten, dort n\u00e4mlich fanden noch immer Hexenprozesse und Verbrennungen statt, wenn auch die erste Welle von 1585 bis 1591 bereits vor\u00fcber war, der Hunderte zum Opfer gefallen waren. 1612 m\u00fcssen die Novizen Trier wegen eines Pestausbruchs verlassen ; sie gehen nach Fulda, wo Spee sein Noviziat mit dem ersten Gel\u00fcbde beendet, mit dem sich Spee an den Jesuitenorden bindet. Das zweite Gel\u00fcbde, das auch den Orden an ihn gebunden h\u00e4tte, hat er nie ablegen k\u00f6nnen, weil er zu diesem Gel\u00fcbde nicht zugelassen wurde. Von Fulda geht Spee nach W\u00fcrzburg, um dort drei Jahre lang Philosophie zu studieren. Er beginnt eine Jugendarbeit, die er vor allem in Speyer und Worms pflegt, wohin er als Gymnasiallehrer versetzt wird. Hier entstehen seine ersten Kirchenlieder, die allerdings den sp\u00e4teren Dichter nicht offenbaren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hexenverbrennung.jpg\" alt=\"Hexenverbrennung\" class=\"wp-image-5078\" width=\"734\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hexenverbrennung.jpg 734w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/hexenverbrennung-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 734px) 100vw, 734px\" \/><figcaption>Hexenverbrennung, zeitgen\u00f6ssische Darstellung<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>1619 beginnt Spee sein Hauptstudium &#8211; das der Theologie &#8211; in Mainz. Im M\u00e4rz 1622 erh\u00e4lt Spee die Priesterweihe und gelobt, sein weiteres Leben zum unendlich gro\u00dfen Lobe Gottes darzubringen. Ein Jahr sp\u00e4ter erscheint Spees erste Sammlung von geistlichen Liedern. Im gleichen Jahr sieht man Spee mit einem Lehrauftrag f\u00fcr Philosophie an der Jesuitenuniversit\u00e4t in Paderborn. Auch dort dichtet er Kirchenlieder. Er ger\u00e4t in Konflikt mit seinem Ordensoberen, weil er sich im Lazaret an der Pflege von Kriegsverwundeten beteiligt. Spee wird f\u00fcr ein Jahr nach Speyer geschickt und soll von dort nach Wesel gehen, wird aber dann nach K\u00f6ln beordert, wo er als Lehrer der Philosophie an der Universit\u00e4t und am Gymnasium t\u00e4tig ist. In K\u00f6ln wird ihm vorgeworfen sich kritisch gegen\u00fcber den Kl\u00f6stern ge\u00e4u\u00dfert zu haben. Er wird nach Peine bei Hannover geschickt, wo er sich der Seelsorge widmet. Er spendet seinen Wochenlohn von Reichstalern an die Armen und nimmt f\u00fcr die Dienstleistungen wie Taufe und Beisetzung keine Geb\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cautio.jpg\" alt=\"Cautio criminalis\" class=\"wp-image-5089\" width=\"150\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cautio.jpg 600w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/cautio-184x300.jpg 184w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><figcaption>Cautio criminalis<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Am 29. April 1629 wird Spee auf dem Weg von Peine in das kleine Dorf Woltorf \u00fcberfallen und schwer verletzt. Drei Monate verbringt Spee in Falkenhagen zur Genesung, eine Zeit der Besinnung f\u00fcr ihn, hier entstehen die Anf\u00e4nge der beiden Weke, f\u00fcr die der Name Spee bis heute steht :&#8220;Trutz &#8211; Nachtigal&#8220; und die &#8222;Cautio Criminalis&#8220;. In der Cautio Criminalis beschreibt er den Leidensweg einer Frau, die wegen angeblicher Hexerei, gefoltert wird. Drucklegung und Herausgabe seiner Schrift bereiteten Spee gro\u00dfe Sorgen. Eine Erlaubnis seines Ordens war ausgeschlossen, selber als Herausgeber aufzutreten, h\u00e4tte einen Bruch seines Gel\u00fcbdes bedeutet. Spee greift zu einer List, zitiert einen fiktiven Verfasser, &#8222;weil der Verfasser dieser Schrift sich nicht dazu bewegen lie\u00df, sie drucken zu lassen&#8220;. Spee wird als Verfasser schnell enttarnt, man will die Schrift indizieren, den Autor aus dem Orden ausschlie\u00dfen ; Spee kann aber Paderborn unbehelligt verlassen, weil schwedische Truppen sich der Stadt n\u00e4hern und das Jesuitenkolleg nach K\u00f6ln verlegt wird. Zudem genie\u00dft Spee den Schutz seines neuen Ordensgenerals, der ihn 1632 nach Trier schickt. Spee wird sogar bef\u00f6rdert zum Professor f\u00fcr Exegese, aber auch in Trier ger\u00e4t er in Konflikt mit der Obrigkeit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee02-800x600-q90.jpg\" alt=\"Hexenturm mit Stadtmauer\" class=\"wp-image-5546\" width=\"800\" height=\"592\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee02-800x600-q90.jpg 800w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee02-800x600-q90-300x222.jpg 300w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/spee02-800x600-q90-768x568.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Hexenturm an der Stadtmauer in R\u00fcthen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Spee bleibt sich in der turbulenten Zeit treu, er will Gerechtigkeit und N\u00e4chstenliebe, auch wenn es das eigene Leben kostet. Er pflegte Verwundete und Kranke, la\u00dft sich in seinem Wirken aber nicht abschrecken, als bekannt wird, da\u00df die kaiserlichen Soldaten eine Seuche in Trier eingeschleppt haben. Spee infiziert sich und stirbt am 7. August 1635 im Alter von 44 Jahren ; am gleichen Tag wird er in der Gruft der Jesuitenkirche begraben. 1649, 14 Jahre nach seinem Tod, erf\u00fcllt sich seine gr\u00f6\u00dfte Hoffnung : Schwedens K\u00f6nigin Christine l\u00e4\u00dft alle Hexenprozesse und Inquisationsverfahren einstellen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>(Diese Seite ist die \u00e4lteste in unserem aktuellen Internetauftritt. Sie wurde bereits 1997 f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/fsg-ruethen.de\/html\/homepage1997-1998\/inhalt.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">allererste Homepage des Friedrich-Spee-Gymnasiums<\/a> vom damaligen Differenzierungskurs Informatik unter der Leitung von StR Felix Pradel erstellt.)<\/p><cite><em>Text und Bilder: Katrin K\u00f6ller und Annette Sitzer<\/em><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Rehabilitation der in R\u00fcthen als Hexen verurteilten und hingerichteten Frauen &#8211; ein Unterrichtsprojekt im Fach Geschichte<\/p><cite><em>Klasse 8a brachte im Jahr 2011 den Antrag in den Rat ein<\/em><\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>R\u00dcTHEN.&nbsp;Zur Zeit der Hexenverfolgung im 16.\/17. Jahrhundert wurden in R\u00fcthen 169 unschuldige Frauen, M\u00e4nner und Kinder hingerichtet \u2013 jetzt will der Stadtrat die Opfer rehabilitieren. Die 8a des Gymnasiums hatte das Vorhaben angesto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist der wohl ungew\u00f6hnlichste Antrag, \u00fcber den die Ratsfrauen und Ratsherren im westf\u00e4lischen R\u00fcthen je zu befinden hatten: Am sp\u00e4ten Donnerstagnachmittag (31. M\u00e4rz 2011) steht die \u201esozialethische Rehabilitation\u201c der \u201ew\u00e4hrend des 16. und 17. Jahrhunderts im Rahmen der sogenannten Hexenverfolgungen unschuldig verurteilten und hingerichteten Personen\u201c zur Abstimmung. Ein Antrag, der, wie der B\u00fcrgermeister des St\u00e4dtchens im Kreis Soest, Peter Weiken, findet, nur auf den ersten Blick ungew\u00f6hnlich erscheint: \u201eWir schieben die Vorg\u00e4nge von damals oft der Unwissenheit der Menschen zu, doch wenn man sich heutige Ausw\u00fcchse von Rassismus, von Vorurteilen gegen\u00fcber ge\u00adsellschaft\u00adli\u00adchen Gruppen oder Hetzkampagnen im Internet an\u00adsieht, so scheint es, dass wir manchmal nicht viel weiter sind, als die Menschen damals .\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Meinung waren auch die Sch\u00fcler der Klasse 8 a des \u00f6rtlichen Friedrich-Spee-Gymnasiums, die den Antrag in den Rat einbrachten. Sie haben sich im vergangenen Schulhalbjahr intensiv mit dem Thema befasst. In R\u00fcthen, so erkl\u00e4rt B\u00fcrgermeister Weiken, ist das Thema pr\u00e4sent, durch den Hexenturm, der seinen Platz im Stadtbild hat, und in dem heute noch Folterinstrumente aus damaliger Zeit ausgestellt sind. \u201eDa bekommt jeder als Kind beim Spaziergang die Hexen-Geschichten erz\u00e4hlt\u201c, so Weiken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rehabilitationsprojekt schl\u00e4gt Bogen zum Namensgeber der Schule, Friedrich Spee<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Geschichtslehrerin Marion Wollschl\u00e4ger das Thema in der 8 a auf den Stundenplan setzte, war sie erstaunt, dass viele Sch\u00fcler zwar von Hexenverfolgungen geh\u00f6rt hatten, aber nicht wussten, dass wirklich reine Willk\u00fcr hinter Anklagen und Urteilen stand. \u201eEs reichte die Denunziation durch einen missg\u00fcnstigen Nachbarn, vermeintliche Zeugen wurden wahllos be\u00adfragt, Gest\u00e4ndnisse unter Folter erzwungen\u201c, so Marion Wollschl\u00e4ger. Da das Thema die Sch\u00fcler begeisterte und es zudem einen Bogen schlug zum Namensgeber der eigenen Schule, Friedrich Spee, der einst ein K\u00e4mpfer gegen die Hexenprozesse war (s. Kasten), lud sie Hartmut Hegeler in den Un\u00adterricht ein, einen pensionierten Lehrer, der sich seit Jahren dem Thema verschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8b-uznd-vertreter-der-stadt-ruethen.jpg\" alt=\"Klasse 8a mit Vertretern der Stadt R\u00fcthen\" class=\"wp-image-5082\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8b-uznd-vertreter-der-stadt-ruethen.jpg 1200w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8b-uznd-vertreter-der-stadt-ruethen-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/8b-uznd-vertreter-der-stadt-ruethen-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption>Klasse 8a mit Vertretern der Stadt R\u00fcthen  <a href=\"https:\/\/www.wp.de\/staedte\/warstein-und-umland\/opfer-nicht-schuldig-im-gedaechtnis-behalten-id6625638.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Westfalenpost, 06.05.2012<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grete Adrian soll 1655 ein Pferd gerissen haben<\/h2>\n\n\n\n<p>Hegeler berichtete den Sch\u00fclern, wie solche Prozesse abliefen. Zum Beispiel der von Grete Adrian aus dem Jahr 1655. \u201eEine nicht ganz unverm\u00f6gende, verwitwete B\u00e4uerin\u201c, so Hegeler. Gegen sie gab es gleich mehrere \u201eAnklagepunkte\u201c. So wurde ihr zum Vorwurf gemacht, dass schon ihre Mutter der Hexerei angeklagt war, dass sie den geplanten Diebstahl von Schafen aus ihrem Stall so schnell bemerkt habe, dass diese Eingebung nur vom Teufel selber gekommen sein konnte, oder dass sie versucht habe, einen Knecht mit Milch zu vergiften.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wohl absurdeste Anschuldigung aber war, dass Grete Adrian in Gestalt eines Werwolfs das Pferd eines Nachbarn gerissen haben sollte. Die Frau leugnete, doch schlie\u00dflich gestand sie unter mehrmaliger Folter alles, was man von ihr h\u00f6ren wollte: Dass sie das eigene Vieh und das des Nachbarn vergiftet habe, dass sie Unzucht mit dem Teufel getrieben habe, ja sogar, dass sie ihren eigenen Mann vergiftet habe. Der Rat gew\u00e4hrte der gest\u00e4ndigen Frau schlie\u00dflich die Gnade, vor dem Verbrennen auf dem Scheiterhaufen gek\u00f6pft zu werden. \u201eEin sehr typischer Ablauf eines solchen Prozesses\u201c, erkl\u00e4rt Hegeler.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Verurteilten gelten noch heute offiziell als schuldig.<\/h2>\n\n\n\n<p>169 Frauen, M\u00e4nner und Kinder wurden auf diese Weise im 16. und 17. Jahrhundert unschuldig in R\u00fcthen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ihnen soll nun Gerechtigkeit widerfahren. \u201eDie Sch\u00fcler waren entsetzt, als sie feststellten, dass die unschuldig verurteilten Menschen heute offiziell noch als schuldig gelten\u201c, erz\u00e4hlt Marion Wollschl\u00e4ger. Die Lehrerin fand heraus, dass es in anderen Bundesl\u00e4ndern bereits Rehabilitationen gegeben hatte. \u201eDie Sch\u00fcler waren von der Idee begeistert.\u201c In ihrem Antrag formulierten sie unter anderem, dass sie eine Rehabilitation auch als Zeichen f\u00fcr ein faires und couragiertes Miteinander in der heutigen Zeit sehen, erkl\u00e4rt Wollschl\u00e4ger. Der B\u00fcrgermeister empfing die Sch\u00fcler \u2013 und war schnell \u00fcberzeugt. Auch einige Heimatforscher haben sich inzwischen dem Antrag angeschlossen. Die heutige Abstimmung, da ist B\u00fcrgermeister Weiken \u00fcberzeugt, ist lediglich noch ein Vollzug.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, so berichtet Marion Wollschl\u00e4ger, werden der Ratssitzung beiwohnen. Sie hoffen nun, dass ihr Antrag ein Vorbild f\u00fcr andere St\u00e4dte ist.<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wr.de\/wr-info\/ruethen-rehabilitiert-opfer-der-hexenverbrennung-id4486439.html\" target=\"_blank\">Westf\u00e4lische Rundschau, 31.03.2001<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich Spee von Langenfeld &#8211; Vork\u00e4mpfer gegen die Hexenverfolgung im Mittelalter Wer war Friedrich Spee? B\u00fcrgerl. Name:&nbsp;Friedrich Spee von Langenfeld, geboren:&nbsp;1591, gestorben:&nbsp;1635 Was hatte Friedrich Spee mit R\u00fcthen zu tun? 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