{"id":1479,"date":"2021-02-26T20:33:12","date_gmt":"2021-02-26T19:33:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/wordpress\/?page_id=1479"},"modified":"2024-03-14T18:47:21","modified_gmt":"2024-03-14T17:47:21","slug":"schulgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/unsere-schule\/schulgeschichte\/","title":{"rendered":"Schulgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Vom Seminar zur Ausbildung von Volksschullehrern bis zum Friedrich-Spee-Gymnasium<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Anf\u00e4nge der Schule im 19. Jahrhundert<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"477\" height=\"417\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte1.jpg\" alt=\"Historischer Altbau\" class=\"wp-image-1911 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte1.jpg 477w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte1-300x262.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Dem Bildungswesen hat die Stadt R\u00fcthen seit dem 18. Jahrhundert bis heute besondere Bedeutung einger\u00e4umt. Gepr\u00e4gt wurde die Stadt nach der T\u00e4tigkeit des Pfarrers und Schulreformers Friedrich Adolf Sauer (1795-1803), der neue Unterrichtsmethoden und den sog. Industrieunterricht im Sauerland einf\u00fchrte, durch das 1876 in der oberen Rathausetage gegr\u00fcndete &#8211; anfangs als provisorisch eingestufte &#8211; Seminar zur Ausbildung von Volksschullehrern. Noch w\u00e4hrend des 1. Weltkriegs erfolgte die \u00dcbersiedlung des Kaiser-Wilhelm-Lehrerseminars in einen pomp\u00f6sen neobarocken Neubau inmitten einer Parkanlage mit Blick ins M\u00f6hnetal, unseren heutigen Altbau. Dieser moderne Geb\u00e4udekomplex, der die Stadt R\u00fcthen \u00fcber 300.000 M kostete, hatte 270 Volkssch\u00fcler und 90 Seminaristen aufzunehmen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Entwicklung in der Weimarer Republik<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" width=\"474\" height=\"283\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte2.jpg\" alt=\"Altes Schulgeb\u00e4ude\" class=\"wp-image-1912 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte2.jpg 474w, https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/geschichte2-300x179.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\">Die Professionalisierung der Volksschullehrerausbildung &#8211; das Abitur wurde z.B. zu einer Aufnahmevoraussetzung gemacht &#8211; f\u00fchrte zu Beginn der 20er Jahre zum Abbau der zahlreichen Lehrerseminare. Als das R\u00fcthener Seminar 1926 schlie\u00dfen musste, hatten 1462 Seminaristen die Bef\u00e4higung zur Anstellung im Volksschuldienst erworben. Das Bem\u00fchen um einen Ersatz hatte 1926 Erfolg. Auf Initiative des geistlichen Prorektors Eisenhut &#8211; eines f\u00fchrenden Mitglieds im R\u00fcthener Zentrum &#8211; und mit Unterst\u00fctzung durch den Oberschulrat Hellwig aus dem Provinzialschulkollegium M\u00fcnster erhielt R\u00fcthen als eine der letzten Schulen in Preu\u00dfen eine h\u00f6here Schule in Kurzform, die &#8222;Staatliche Oberschule in Aufbauform&#8220;, eine sogenannte Aufbauschule.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klareres Profil gewann die Schule ausweislich der Revisionsbesuche des Schulkollegiums ab 1930 durch Schniedert\u00fcns&#8216; Nachfolger, den besonders literarisch und musisch gebildeten Studiendirektor Dr. Hans Fluck, der ihre Konsolidierung 1932 mit dem ersten Abitur abschloss. Aus der Eingangsklasse erhielten drei M\u00e4dchen und sieben Jungen das Abitur. Unterst\u00fctzt besonders vom geistlichen Studienassessor Dr. Wilhelm Kahle entwickelte sich die Stadt auch durch die Aufbauschule &#8211; 1931 mit 70 Jungen und 24 M\u00e4dchen in sechs Klassen &#8211; zu einem kulturellen Zentrum im s\u00fcdlichen Kreis Lippstadt. Die starke literarische Ausrichtung des Deutschunterrichtes mit einem gro\u00dfen Lekt\u00fcrepensum, die schriftliche Abiturpr\u00fcfung auch im Fach Geschichte oder Erdkunde, das Angebot von philosophischen, deutschkundlichen, naturwissenschaftlichen und musischen Arbeitsgemeinschaften und die \u00d6ffnung der Schule nach au\u00dfen \u00fcber Theaterst\u00fccke, Musikabende und naturwissenschaftliche Vortr\u00e4ge sowie die katholische Pr\u00e4gung des Unterrichtes und des Schullebens sicherten das Ansehen der Schule in der Bev\u00f6lkerung. Daher waren den Jungen sonnt\u00e4gliche Fu\u00dfballwettk\u00e4mpfe verboten und die Teilnahme der M\u00e4dchen an den \u00fcblichen n\u00e4chtlichen Feiern nicht gern gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So hie\u00df es in eine Mitteilung des Schulleiters, die den &#8222;guten Ruf der Anstalt&#8220; sch\u00fctzen sollte, an einen Vater: &#8222;Am Montag dieser Woche hat die UI unserer Schule eine Klassenfeier veranstaltet, die sich bis 2 Uhr nachts ausgedehnt hat. An dieser Feier haben Lehrer oder andere Respektspersonen nicht teilgenommen. Wir g\u00f6nnen der Jugend von Herzen einige freundliche Stunden, aber es entspricht den einfachsten Forderungen des Taktes, dass eine Veranstaltung dieser Art unter Aufsicht verantwortungsbewusster Personen vor sich geht. Es erf\u00fcllt mich daher mit Schmerz, erfahren zu m\u00fcssen, dass auch Ihre Tochter Maria sich bis zum Schlu\u00df an der Klassenfeier beteiligt hat, und ich kann nicht glauben, dass dieses Verhalten Ihre Billigung findet. Wenn ich auch zu der sittlichen Haltung Ihrer Tochter ein unbegrenztes Vertrauen habe, so sind solche Vorkommnisse geeignet, den Gegnern der Gemeinschaftserziehung Waffen in die Hand zu geben und somit auch das Dasein unserer Schule zu gef\u00e4hrden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der Verarmungsprozesse zum Ende der Weimarer Republik und des zu zahlenden Schulgeldes blieb aber die Zahl der Sch\u00fcler(innen) und besonders der Kinder aus der Arbeiterschicht deutlich hinter den Erwartungen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Gymnasium in der Zeit des Nationalsozialismus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von 1932 bis 1945 leitete Studiendirektor Dr. Heinrich Steinr\u00fccke die Schule mit autorit\u00e4rem Gehabe. Zum 1. Mai 1933 traten er und alle anderen Lehrer &#8211; auch der Geistliche Dr. Kahle &#8211; der NSDAP bei. Beeinflusst vom Pathos der &#8222;Erneuerung&#8220; und des &#8222;nationalen Aufbruchs&#8220; sahen sie &#8211; im einzelnen unterschiedlich &#8211; durch den Nationalsozialismus die Chance, katholisch-kulturkritische, d.h. vor allem st\u00e4ndische und antiaufkl\u00e4rerische Vorstellungen durchzusetzen. Dies wirkte sich in der Anfangsphase teils deutlich auf den Unterricht und die Abiturpr\u00fcfungen besonders in den eher ideologietr\u00e4chtigen F\u00e4chern Deutsch, Geschichte und Biologie als auch auf das Schulleben (1933\/34: geschlossene Teilnahme an \u00f6ffentlichen Umz\u00fcgen, fast 100%ige Mitgliedschaft in HJ, SA, BdM) aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allgemeine Affinit\u00e4ten zu nationalsozialistischen Grundhaltungen waren zu erkennen, doch rassistische Positionen wurden kaum bezogen. Besonders der sehr sch\u00fclerorientierte ehemalige Franziskaner, Studienrat Dr. Ferdinand Hammerschmidt erwies sich \u00f6ffentlich als begeisterter und begeisternder Propagandist Hitlers &#8211; u.a. bei Sonnenwendfeiern. Die \u00f6rtliche Diskriminierung\/Verfolgung von Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden fand keine Beachtung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit ca. 1935 verwahrten sich die Lehrer aber zunehmend gegen die einschr\u00e4nkenden Zumutungen der NSDAP gegen\u00fcber dem kirchlichen Terrain. Dr. Kahle trat aus der Partei wieder aus. Die staatliche Neuordnung des h\u00f6heren Schulwesens 1938 und die deutschen Angriffskriege von 1939 an beeinflussten den Unterrichtsablauf erneut, u.a. durch Lehrerversetzungen, Flakhelferdienste, 1945 Unterbringung des evakuierten Elisabeth-Krankenhauses aus Bochum in Teilen des Geb\u00e4udes; sachbezogene Kontinuit\u00e4t war erschwert, Jungen erhielten nach Obersekunda das Notabitur. Sch\u00fc1er(innen) erinnern sich nicht nur f\u00fcr die Kriegsjahre an fachkundige Lehrer, die vom christlichen Glauben \u00fcberzeugt waren, ohne ihnen aber demokratische Vorstellungen nachzusagen. Nach 1933 stieg die Sch\u00fclerzahl deutlich: 1937\/38 auf 119 Jungen und 46 M\u00e4dchen, 1944 auf 92 Jungen und 108 M\u00e4dchen &#8211; viele kamen von ausw\u00e4rts und lebten besonders im Winter in R\u00fcthener Pensionen\/Familien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Nachkriegsjahre<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"186\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/posch.jpg\" alt=\"Adolf Poschmann\" class=\"wp-image-1914\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Adolf Poschmann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde die Schule im M\u00e4rz 1945 geschlossen; nach den ersten Entnazifizierungsma\u00dfnahmen erfolgte ihre Wiederer\u00f6ffnung durch den dienst\u00e4ltesten und als politisch unbelastet geltenden Lehrer StR Verhoeven am 26. M\u00e4rz 1946. Von November 1947 an stand sie unter der Leitung von Oberstudiendirektor Dr. Adolf Poschmann. Der normale Schulbetrieb wurde anfangs erg\u00e4nzt durch Sonderlehrg\u00e4nge f\u00fcr sog. Notabiturienten. Mit der Errichtung des katholischen Sch\u00fclerheimes St. Petrus Canisius 1949, das besonders der Unterbringung heimatvertriebener Sch\u00fcler dienen sollte, die vorher behelfsm\u00e4\u00dfig im alten Rathaus gewohnt hatten, erhielt die Schule weiteren Zuwachs.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"127\" height=\"143\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/taub.jpg\" alt=\"Felix Taubitz\" class=\"wp-image-1916\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Felix Taubitz<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der Leitung von Oberstudiendirektor Dr. Felix Taubitz (1950-1955), der schon Direktor der&nbsp;Aufbauschule in&nbsp; Habelschwerdt\/Schlesien gewesen war, erfolgte nach den Startschwierigkeiten der Nachkriegszeit eine gewisse Konsolidierung der Schule. In seine Zeit fiel 1953 die Einrichtung des ersten F\u00f6rderlehrgangs f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus der SBZ und f\u00fcr Sp\u00e4taussiedler mit 20 Sch\u00fclern. Obgleich von kleiner Statur, war er ziemlich autorit\u00e4r und unnahbar, aber energisch und spontan, was auch sein Spitzname &#8222;Feuer-Felix&#8220; hinl\u00e4nglich verdeutlicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u201e\u00c4ra Cramer&#8220; (1955-1976)<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"195\" height=\"279\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/cramer.jpg\" alt=\"Dr. Hans Cramer\" class=\"wp-image-1910\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Hans Cramer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Dr. Hans Cramer, der vom Laurentianum in Arnsberg kam, erhielt die Schule 1955 einen jungen Leiter, der die Schule bis 1976 pr\u00e4gen sollte. Von 1957 an firmierte sie unter der Bezeichnung Staatl. Aufbaugymnasium R\u00fcthen. Ein Sportplatz parallel zum Schlangenpfad im Park und eine neue Turnhalle in den 50er Jahren, Lehrschwimmbecken und Physik- sowie Biologietrakt in den 60er Jahren waren notwendig geworden, um einen moderneren Unterricht der wachsenden Sch\u00fclerzahl (1966: 504) bieten zu k\u00f6nnen. 1974 erfolgte durch den sog. Neubau einschl. Pausenhalle und 2. Turnhalle eine umfassende Erweiterung der Schule, dem aber der Sportplatz wieder weichen musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bedeutender bildungspolitischer Einschnitt war der 1.12.1966. Die Dauer des Aufbaugymnasiums wurde um ein Jahr auf sieben Jahre verl\u00e4ngert und ein grundst\u00e4ndiges Gymnasium neusprachlichen Typs angegliedert. Mit dem 1. Januar 1974 ging das bisher staatliche Gymnasium in st\u00e4dtische Verantwortung \u00fcber. Zum 1. 8. 1974 erfolgte die Einf\u00fchrung der &#8222;differenzierten Oberstufe&#8220; mit der Aufgabe des Klassenverbandes zugunsten eines individuelleren Kurssystems, das seither mehrmals reformiert wurde, indem die Wahlfreiheiten teilweise wieder eingeschr\u00e4nkt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oberstudiendirektor Dr. Cramer kann als bedeutende Pers\u00f6nlichkeit angesehen werden. Wenn auch die genannten umfassenden \u00e4u\u00dferlichen Erweiterungen der Schule und mehr noch die innere Entwicklung seine Tatkraft bezeugen, so waren es aber in erster Linie seine charakterliche und geisteswissenschaftliche Bildung und sein Humanismus, die sein p\u00e4dagogisches Wirken bestimmten. In seiner \u00c4ra bekam das R\u00fcthener Gymnasium verst\u00e4rkt das, was man den Geist einer Schule nennt, den nicht nur Sch\u00fcler und Lehrer sp\u00fcrten und mittrugen, sondern auch die umwohnende Bev\u00f6lkerung.<br>Dr. Cramer betrachtete die bildungspolitischen Neuerungen durchaus skeptisch: die Aufgabe der Klassengemeinschaft (in der Oberstufenreform) ebenso wie die &#8222;Sterilit\u00e4t&#8220; der Richtlinien, die sich schon in der Deformierung der Sprache &#8211; &#8222;Performanz&#8220;, &#8222;Evaluation&#8220; &#8211; verrate. Zwei Jahre vor seinem Abschied aus dem Schuldienst schreibt er: Kann das &#8222;Gymnasium R\u00fcthen unter so viel Reformierung (sic!) \u00fcberhaupt sein Wesen wahren &#8230;, wird es weiter in seiner Eigenart bestehen &#8230;, wird es untergehen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u201e\u00c4ra Pilters&#8220; (1976-1992)<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"250\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pilters.jpg\" alt=\"Herbert Pilters\" class=\"wp-image-1913\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herbert Pilters<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer konnte die Nachfolge Dr. Cramers antreten? Nachdem sich das Kollegium die Vorstellungen mehrerer ausw\u00e4rtiger Bewerber angeh\u00f6rt hatte, bildete sich immer st\u00e4rker die Meinung heraus, dass der bisherige Stellvertreter, StD Herbert Pilters, der sich in der Verwaltung der Schule bew\u00e4hrt hatte und der zugleich eine \u00fcberzeugende Kommunikationsf\u00e4higkeit bewies, die Leitung des Gymnasiums \u00fcbernehmen sollte. Er wurde 1976 mit gro\u00dfer Mehrheit gew\u00e4hlt und dementsprechend von der Stadt R\u00fcthen best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner sachlichen, ausgleichenden und unpr\u00e4tenti\u00f6sen Art leitete Oberstudiendirektor Pilters &#8211; ausgestattet mit einem herausragenden Organisationsverm\u00f6gen &#8211; die traditionsreiche Anstalt wirksam und sicher durch die Klippen der vielen neuen Anforderungen. Ihm gelang es, entsprechend den demokratischen Anspr\u00fcchen des neuen Schulmitwirkungsgesetzes neben dem Kollegium verst\u00e4rkt auch Eltern und Sch\u00fcler(innen) in die Schulentwicklung einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">OStD Pilters hat zentrale Herausforderungen bew\u00e4ltigt, indem er die differenzierte Oberstufe ausbaute und insgesamt das Schulprofil weiterentwickelte. Ihm oblag es, ein weiteres Wachsen der Sch\u00fclerzahl bis auf 1116 zu organisieren, mit dem die Erweiterung des Kollegiums kaum Schritt halten konnte. Aus der idyllischen Schule mit ca. 100 Sch\u00fcler(inne)n 1932, 533 Sch\u00fclern 1967, 863 Sch\u00fclern 1974 war 1980 eine gro\u00dfe Einrichtung mit 72 Lehrer(inne)n geworden, die mit vier Klassen in die gegen\u00fcberliegende Berufsschule ausweichen musste und zus\u00e4tzlich einen zweir\u00e4umigen Pavillon belegte. Entsprechend der Tradition der Schule, Vertriebene zu f\u00f6rdern, wurden 1982 bis 1988 vietnamesische Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, sog. &#8222;boat people&#8220;, aufgenommen und von 1990 bis 2000 viersemestrige Sonderlehrg\u00e4nge zur Erlangung der Hochschulreife f\u00fcr Aussiedler &#8211; \u00fcberwiegend aus Ru\u00dfland und Kasachstan &#8211; durchgef\u00fchrt. Das Sch\u00fclerheim, das teilweise f\u00fcr \u00fcber 100 Jungen Lebensst\u00e4tte war, musste 1988 wegen zu geringer Auslastung aufgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Aufbauschule? Mangels Nachfrage lief dieser Zweig, der bereits seit etlichen Jahren nur noch einz\u00fcgig gef\u00fchrt wurde, ab 1993 aus. Er ist durch die erh\u00f6hte \u00dcbergangsquote der Sch\u00fcler(innen) von der Grundschule zum grundst\u00e4ndigen Gymnasium verdr\u00e4ngt worden.<br>Geblieben ist aber das musische Profil, das im Bereich Theater mit der Gr\u00fcndung von &#8222;Spectaculum&#8220;, im Bereich Musik durch Chor\/Orchester und seit \u00fcber 10 Jahren auch durch Musicals und Kunstausstellungen akzentuiert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die \u201e\u00c4ra Sch\u00e4fers&#8220; (1992-2002)<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"140\" height=\"207\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/schaefers.jpg\" alt=\"Alfons Sch\u00e4fers\" class=\"wp-image-1915\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alfons Sch\u00e4fers<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachfolger des pensionierten Schulleiters Pilters wurde 1992 Oberstudiendirektor Alfons Sch\u00e4fers, der vorher am Theodorianum in Paderborn besch\u00e4ftigt war. 1993 wurde organisatorisch die F\u00fcnf-Tage-Woche in einer besonderen R\u00fcthener Variante eingef\u00fchrt. Um f\u00fcr die Unter- und Mittelstufensch\u00fcler(innen) auf den Unterricht in der 7. Std. zu verzichten, der auch f\u00fcr viele von ihnen fahrtechnische Schwierigkeiten gebracht h\u00e4tte, findet nun ein langer Mittwoch statt, d.h. nach einer Mittagspause von einer Stunde, die auch f\u00fcr Arbeitsgemeinschaften genutzt werden kann, werden noch zwei Stunden unterrichtet. Zus\u00e4tzlich ergeben sich f\u00fcr einige Klassen durch diese Regelung M\u00f6glichkeiten f\u00fcr F\u00f6rderunterricht und die Teilnahme an Chor\/Orchester. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1994 regte die Schulkonferenz an, das St\u00e4dtische Gymnasium nach Friedrich Spee zu benennen, was vom Rat der Stadt R\u00fcthen begr\u00fc\u00dft wurde. Mit Friedrich Spee haben wir einen Namenspatron gefunden, der mit seinem literarischen Schaffen, seiner Streitschrift Cautio criminalis und seinem couragierten pers\u00f6nlichen Einsatz f\u00fcr Verfolgte und Notleidende auch heute noch ein Leitbild f\u00fcr Humanit\u00e4t und Menschlichkeit darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits im Sommer 1994 erhielt die Schule als eine der ersten Schulen in NRW 18 Computer f\u00fcr die Verwaltung und neuen Computerraum, die lokal vernetzt und durch ein Modem mit dem wachsenden Internet verbunden waren. Informatik wurde als Unterrichtsfach neu eingef\u00fchrt. <a href=\"https:\/\/fsg-ruethen.de\/html\/homepage1997-1998\/inhalt.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der Informatikkurs entwickelte bereits 1997 den ersten Internetauftritt<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2000 stockte man den Neubau um eine Etage auf, um gro\u00dfz\u00fcgige Fl\u00e4chen besonders f\u00fcr moderne Fachr\u00e4ume zu erhalten. So entstanden ein weiterer Computerraum, ein neuer Musikraum, ein Medienraum besonders f\u00fcr Gruppenarbeit und zwei Kunst- bzw. Textilr\u00e4ume. Zugleich wurden in vielen R\u00e4umen Computer mit Internetanschluss und Beamer zur Verbesserung der Informations- und Pr\u00e4sentationsm\u00f6glichkeiten installiert. Auch ein kleines Internet-Cafe ist inzwischen eingerichtet worden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die &#8222;\u00c4ra Bracht&#8220;<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.fsg-ruethen.de\/fsg\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/bracht-300.jpg\" alt=\"Dr. Bracht\" class=\"wp-image-6811\" width=\"177\" height=\"174\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. H.-G. Bracht<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNeue Besen kehren zwar gut, aber die alten kennen die Ecken&#8220;, kommentierte Dr. Hans-G\u00fcnther Bracht 2002, nachdem er durch die Schulkonferenz zum Nachfolger von Alfons Sch\u00e4fers gew\u00e4hlt worden war. Zuvor hatte er bereits mehrere Jahre die Aufgaben des Stellvertreters wahrgenommen.<br>Hans-G\u00fcnther Bracht widmete sich am FSG besonders der Schulentwicklung: Gerade der Unterricht musste in seinen Augen weiterentwickelt werden. Er war sich sicher, dass die sich ver\u00e4ndernde Gesellschaft nachhaltige Auswirkungen auf die Kinder und Jugendliche erzeugte, denen sich Schule stellen muss. Gerade das Freizeitverhalten, der Medienkonsum, aber auch sich ver\u00e4ndernde h\u00e4usliche und soziale Verh\u00e4ltnisse stellten die Schule in seinen Augen vor neue Herausforderungen. Hans-G\u00fcnther Bracht setzte dabei auf kleine wie gr\u00f6\u00dfere Zeichen: Regelm\u00e4\u00dfig bot er auch in den Ferien f\u00fcr Sch\u00fcler Basketballspiele in der Turnhalle an. Und \u201eChancengleichheit \u2013 Bildung von Anfang an&#8220; hei\u00dft die Stiftung, in deren Vorstand er sich seit Jahren engagiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterricht am FSG erlebte Ver\u00e4nderungen: Die Verl\u00e4ngerung der Stunden vom alten 45-Minuten-Takt auf 67,5 Minuten-Einheiten (\u201eR\u00fcthener Modell&#8220;) reduzierte den F\u00e4cherwechsel von sechs auf vier Stunden am Vormittag und brachte so mehr Ruhe in die Schule, die seit 2006 mit der verk\u00fcrzten Gymnasialzeit (G8) konfrontiert war. Dass auch der Schulgong weitgehend abgeschafft wurde, rundete diese Bem\u00fchungen ab. Mit den verl\u00e4ngerten Unterrichtsstunden er\u00f6ffnete sich die Chance, verst\u00e4rkt kooperative Unterrichtsformen zu nutzen. Zahlreiche intensive Fortbildungen investierte das Lehrerkollegium in diese Ver\u00e4nderung des Unterrichts. Gleichzeitig r\u00fcckte in der NRW-Schulpolitik die Aufgabe der individuellen F\u00f6rderung in den Blickpunkt. Am FSG trug dieser Prozess Fr\u00fcchte: Der Schule wurde 2011 das \u201eG\u00fctesiegel Individuelle F\u00f6rderung&#8220; durch das NRW-Schulministerium verliehen. Besonders der \u00dcbergang von der Grundschule ins Gymnasium oder auch das ausdifferenzierte F\u00f6rderbandsystem trugen zu dieser Auszeichnung bei. \u201eGetestet und f\u00fcr sehr gut befunden&#8220;, hie\u00df es am Ende der offiziellen Qualit\u00e4tsanalyse des Landes NRW: In 14 von 25 Testbereichen erreichte das FSG den h\u00f6chsten Wert, neun weitere Bereiche schnitten mit der zweitbesten Bewertungsstufe ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuletzt durch diese Modernisierung des Unterrichts, die sich auch in einer immer umfassenderen Ausstattung der Schule mit modernen Computern, Beamern und elektronischen \u201eSmartboardtafeln&#8220; ausdr\u00fcckte, erh\u00f6hte die Attraktivit\u00e4t des Gymnasiums. Trotz einer vereinzelt nicht unproblematischen Anbindung an den \u00d6PNV, wuchs die Strahlkraft des FSG: Die Anmeldezahlen, die eine Ver\u00e4nderung von der Drei- zur Vierz\u00fcgigkeit dokumentieren, sprachen eine deutliche Sprache. Zahlreiche Schulen in NRW besuchten das FSG, um sich vom Modell der 67,5-Minuten-Einheiten beraten zu lassen. In seiner Amtszeit oblag es Bracht au\u00dferdem, einen Generationenwechsel im FSG-Kollegium zu bew\u00e4ltigen: Zahlreiche verdiente Kollegen, die die Schule teilweise \u00fcber Jahrzehnte gepr\u00e4gt hatten, gingen in den Ruhestand. Die Einstellungen vieler junger Kolleginnen und Kollegen, die auch in den Mangelf\u00e4chern erfolgreich war, galt es in Schulleben und -entwicklung zu integrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Hans-G\u00fcnther Bracht zeigte sich das FSG als offene, liberale Schule. Sie dokumentierte das auch nach au\u00dfen deutlich sichtbar, nicht zuletzt durch die Verleihung des Siegels \u201eSchule ohne Rassismus \u2013 Schule mit Courage&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Hans-G\u00fcnther Bracht auf Initiative der FSG-Elternvertretung seine Amtszeit um 1,5 Jahre verl\u00e4ngert hatte, w\u00e4hlte die R\u00fcthener Schulkonferenz 2013 Heinfried Lichte zu seinem Nachfolger. Er bleibt der R\u00fcthener Schullandschaft aber weiter intensiv verbunden: Im Sommer 2014 startete die neue \u201ePrivate Sekundarschule R\u00fcthen&#8220;, deren Tr\u00e4gerverein er vorsitzt. Eine der ersten Amtshandlungen: Ein Kooperationsvertrag mit seiner alten Wirkungsst\u00e4tte \u2013 dem Friedrich-Spee-Gymnasium.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Seminar zur Ausbildung von Volksschullehrern bis zum Friedrich-Spee-Gymnasium Die Anf\u00e4nge der Schule im 19. Jahrhundert Dem Bildungswesen hat die Stadt R\u00fcthen seit dem 18. 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