Bild 200 Tageszeitung "Der Patriot" vom 12.11.2020 / Von Bastian Puls

Novemberpogrome

Schrubben gegen das Vergessen

82 Jahre sind die Gräueltaten der Novemberpogrome her. Im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches organisierten und lenkten die Nazis in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Gewaltmaßnahmen gegen Juden. Anlässlich des traurigen Jahrestages begaben sich nun Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums auf historische Spurensuche. Genau unter die Lupe nahmen sie elf Stolpersteine, die im Rüthener Stadtgebiet verteilt sind. Diese markieren den letzten Wohnort der jüdischen Bürger vor ihrer Deportation oder Vertreibung mit eingravierten Namen und Lebensdaten.

Biografien Rüthener Juden im Fokus

Die Aktion fand im Rahmen des Geschichtsunterrichts auf freiwilliger Basis statt. Gegenseitig referierten die 15 Teilnehmer über die Biografien der Rüthener Juden, die zur Ausreise gezwungen wurden oder gar den qualvollen Tod in einem Vernichtungslager starben. Um die Vorträge passend zu untermalen, hatten die Schüler Porträtbilder der Betroffenen und weiße Rosen mit im Gepäck, die sie an den jeweiligen Standorten niederlegten.

Der Rundgang führte die Schüler vom jüdischen Friedhof am Hachtor bis hin zur ehemaligen Synagoge in der Hochstraße.

Zum Zeitpunkt der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 lebten noch 42 Juden in Rüthen. Rund ein Jahrzehnt später waren es nur noch neun, die allesamt deportiert wurden. Während der Pogrom-Nacht 1938 sind auch in Rüthen jüdische Geschäfte und die besagte Synagoge verwüstet worden. Für die Schäden mussten die Besitzer wie überall im Reich selbst aufkommen.

Gedenkformen wurden im Unterricht behandelt

Damit diese Vorgänge auch weiterhin nicht in Vergessenheit geraten, hatten die Schüler zusätzlich Schwamm und Putzmittel griffbereit. Mit der Zeit haben die Stolpersteine aus Messing an Glanz verloren, verfärbten sich dunkelbraun bis schwarz. Um dem entgegenzuwirken, polierten die Redner im Anschluss an die Vorträge die Steine. „Wir thematisieren im Unterricht momentan verschiedene Gedenkformen“, erklärte Initiatorin Theresa Lennert im Patriot-Gespräch den Hintergrund. „Als Geschichtslehrerin liegt es mir ganz besonders am Herzen, die Schüler an die Pogrome vor über 80 Jahren zu erinnern.“

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