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Stadtentwicklung live

Erdkundeleistungskurse der Q1 und Q2 auf Hamburg-Exkursion

Am Dienstag, den 25. Februar startete für die Erdkundeleistungskurse der Q1 und Q2 eine Exkursion unter dem Thema Stadtentwicklung.

In Hamburg angekommen freuten sich alle auf ein bisschen Bewegung und liefen zum Hotel. Dabei bekamen wir schon den ersten Eindruck von der Reeperbahn, denn das Hotel lag im Herzen St. Paulis direkt auf der Reeperbahn.

Nach dem Bezug der Zimmer kam auch schon der erste Programmpunkt. Wir fuhren zum Alsterbecken, welches heute in der Innenstadt Hamburgs liegt, jedoch früher zur Stadtgrenze gehörte. Neben diesem Punkt erfuhren wir noch viele weitere interessante Informationen über die historische Stadtentwicklung von Hamburg. Zum Beispiel über einen verheerenden Brand im Jahre 1842, der einen Großteil der damaligen Stadt zerstört hat und die Innenstadt daraufhin nach einem völlig neuen Muster aufgebaut werden musste.

Auch im Stadtteil Eppendorf machten wir Halt, dort konnten wir etwas über das Wachstum der Stadt Hamburg lernen, da Eppendorf bis ins 19. Jahrhundert nur ein Vorort Hamburgs war.

Bei unserem nächsten Stopp an der Sternschanze sahen wir die Folgen der Gentrifizierung. Der Stadtteil Sternschanze gehörte früher zum Bezirk Altona und war ein Wohn- und Industriegebiet mit vielen Schlachtereien, auch der berühmte Stifthersteller Mont Blanc hatte seine Produktion dort angesiedelt. Durch den Abzug der Industrie entstand in den 70er und 80er Jahren viel günstiger Wohnraum, dies lockte Studenten an.

Gleichzeitig kam es durch Stadtteilsanierungen zu steigenden Mieten und Verdrängung der sozial schwächeren Familien. Durch den Zuzug der wohlhabenden Bevölkerung siedelten sich auch viele Restaurants, Bars und Edel-Boutiquen in dem Stadtteil an. Heute gilt der Stadtteil Sternenschanze als hippes Szenenviertel von Hamburg.

Doch dass mit dieser Entwicklung nicht alle zufrieden sind, zeigte sich, als wir vom Sternenpark ein paar Straßen weiter zum Konzerthaus Rote Flora gingen. Das Floratheater diente in der Vergangenheit als Konzerthaus, Theater und Kino. Im April 1988 wurden große Teile des Floratheaters abgerissen, da es zu einem Musical-Theater umgebaut werden sollte. Dies führte allerdings zu großen Prosteten, schließlich wurde der Umbau durch linke Gruppen verhindert, welche 1989 das Konzerthaus besetzten. Heute dient das besetzte Gebäude als Stadtteilzentrum und kultureller und politischer Treffpunkt.

Mit Einbruch der Dunkelheit begann der zweite Teil unserer Führung in St. Pauli direkt an der Reeperbahn. Dort zeigte uns der Stadtführer, wie tolerant die einzelnen Kulturen und Menschen mit den unterschiedlichsten Lebenseinstellungen in St. Pauli sind am Beispiel von einer Kirchengemeinde, welche auf der Reeperbahn umgeben von Bars, Kneipen und Bordellen liegt.

Danach gab es für uns die Möglichkeit, das Nachtleben der Reeperbahn auf eigene Faust zu erkunden. Doch um 23.30 Uhr waren alle wieder im Hotel.

Bei unserer Hafentour erkundeten wir am nächsten Morgen den alten und neuen Hafen auf Land- und Wasserwegen. Beim Besuch eines Containerterminals des neuen Hamburger Hafens sahen wir anhand eines gigantischen Containerschiffs die riesige Logistik hinter dem Prozess der Globalisierung und die Folgen der Containerisierung unseres Welthandels. Auch den Prozess der Automatisierung konnten wir am voll automatisierten Containerterminal Altenwerder sehen, an dem 86 fahrerlose Transportfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Nach einer kurzen Mittagspause am Hauptbahnhof ging es weiter zum neuesten Großprojekt der Stadt Hamburg, der Hafencity. Bei dem Projekt geht es darum, dass aus dem ehemaligen alten Hafengelände ein neues Stadtviertel entsteht. Im Herzen der Hafencity steht wohl das bekannteste Gebäude von Hamburg: die Elbphilharmonie.

Ein Mitarbeiter der Stadtplanung erklärte uns, wie beim Konzept der Hafencity versucht wird, nachhaltige Bebauung und Bürgerbeteiligung sowie moderne Architektur und öffentliche Flächennutzung in Einklang zu bringen. Ein Beispiel dafür sind die vielen Spielplätze, welche nach den Wünschen der Kinder gestaltet wurden. Auch für die Nutzung der vielen Gebäude in der Hafencity gibt es Pläne, so ist es z.B. Vorschrift, dass das Erdgeschoss jedes Hauses öffentlich zugänglich ist, z.B. in Form von Cafés und Ladenlokalen. Auch der Segregation von ärmeren Bevölkerungsschichten und steigenden Mieten wird versucht, in Hamburg durch politische Maßnahmen entgegenzuwirken, z.B. mit der sogenannten Ein-Drittel-Regelung. Diese sieht vor, dass beim Neubau von Mehrfamilienhäusern ca. ein Drittel Sozialwohnungen entstehen. Dies soll zu einer Durchmischung der verschiedenen sozialen Bevölkerungsschichten führen.

Damit endete unsere Exkursion schließlich. Am Ende lässt sich sagen, dass wir in den zwei Tagen viele Entwicklungsprozesse von Städten, welche wir zuvor nur aus der Unterrichtstheorie kannten, auch vor Ort sehen durften. Außerdem lernten wir Hamburg als weltoffene und moderne Stadt kennen.

Von Sandro Roderfeld und Jan Breitkopf

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