Auszeichnung1 200 Tageszeitung "Der Patriot" vom 17.09.2020 / Daniel Kossack

FSG erhält neue Auszeichnung

Gymnasium hat das Siegel „MINT-freundliche Schule“ verliehen bekommen

Grüne Wellen werden auf die Decke des Physikraumes projiziert. Per Knopfdruck werden sie schneller oder langsamer. Wellen und Licht, die so auch auf jeder Party für ansprechende Beleuchtung sorgen könnten, werden von einem kleinen Kasten erzeugt, einem Wasserwellengerät. Der Apparat dient zur praktischen Veranschaulichung der Brechung, Reflexion und Beugung von Wellen und stellt damit einen Baustein der MINT-Schwerpunktbildung (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft-Technik) am Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) in Rüthen dar.

„Schon länger gibt es bei uns das Bestreben, die MINT-Fächer weiter zu stärken“, erklärt Schulleiter Heinfried Lichte im Patriot-Gespräch. Diese Bemühungen wurden jetzt auch offiziell ausgezeichnet: Das FSG darf sich für die nächsten drei Jahre mit dem Zertifikat „MINT-freundliche Schule“ schmücken. Um das zu erreichen, hat das Gymnasium in den vergangenen Jahren viel getan.

Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Barbara Kühle organisierte die Beantragung des Siegels federführend. „Wichtig war erst mal zu sammeln, was wir haben und was in den letzten Jahren neu dazu gekommen ist“, erklärt sie. Das ist eine ganze Menge. Teil des Konzepts ist dabei eine Verzahnung von freiwilligen Angeboten für die Schüler und moderner Infrastruktur für die entsprechenden Fächer.

Bereits in der 5. und 6. Klasse erhalten die Kinder abseits des normalen Unterrichts die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Die Schule nennt das Neigungsband. „Die Schüler sollen hier die Möglichkeit erhalten, ihren Neigungen nachzugehen und neue zu entdecken“, erläutert Lichte. Ein Kurs dauert meistens ein Halbjahr, dann wird in einen anderen gewechselt. Neben vielen anderen Angeboten nehmen hier auch naturwissenschaftliche Themen einen breiten Raum ein. „Im letzten Jahr haben wir beispielsweise etwas über das Leben von Bienen gemacht“, erinnert sich Kühle. In diesem Halbjahr gibt‘s ein Angebot aus dem Bereich Physik-Informatik, wo mit Tablets gearbeitet wird.

Diese Angebote werden bis zur Oberstufe fortgeführt. Dort kommen nicht nur regelmäßig Leistungskurse in Mathe, Bio, Physik und Chemie zustande – die Schule organisiert auch Laborbesuche bei Kooperationspartnern. „Wir möchten die Schüler möglichst umfassend auf die Universität vorbereiten. Dazu gehört, mal in einem echten Labor gearbeitet zu haben“, erklärt Jan Emmerich, MINT-Koordinator des FSG. Die Ausstattung, die beispielsweise das Bayer-Schülerlabor in Bergkamen bereit hält, könnte sich die Schule nie selbst leisten.

Dennoch hat das Gymnasium in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das Equipment zu erneuern und zu erweitern. Dazu gehören feuer- und schlagfeste Tische im Chemieraum, die Neuausstattung des Informatikraumes, zahlreiche Geräte für den Physikunterricht wie das eingangs erwähnte Wasserwellengerät und ein 3D-Drucker – letzterer wird durch die Sparkasse Lippstadt finanziert und soll demnächst an der Schule eintreffen.

„Die Idee dazu kam aus dem Kollegium, so wie für die meisten Dinge“, erklärt Lichte. „Wichtig ist, etwas Neues auszuprobieren und die Anregungen auch umzusetzen. „Wir versuchen, die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür zu schaffen.“ Besondere Bedeutung kommt dabei auch dem Förderverein und der Stadt Rüthen als Schulträger zu, betont der Schulleiter. „Einiges bestreiten wir aus unserem eigenen Haushalt, aber für viele Anschaffungen benötigen wir Extrageld.“ Hier zeige sich die Stadt äußerst entgegenkommend – und schnell. Das verdeutlicht er am Beispiel des „Maker Space“, einem Produktionsraum mit Green Screen, in dem Filme gedreht werden können. „Der Maker Space war innerhalb von zwei Wochen fertig.“ Auch sonst zeige sich die Stadt entgegenkommend – auch wenn nicht alles immer so schnell umgesetzt werden könne.

„Geräte für Schulen sind teurer als handelsübliche“, hebt Lichte hervor. Erhöhte, an den Schulalltag angepasste Sicherheitsforderungen trieben auch die Preise in die Höhe – allein das kleine Wasserwellengerät schlug mit über 1000 Euro zu Buche.

Mit dem Siegel eröffnen sich der Schule auch neue Fördertöpfe und Netzwerke, die ihr vorher verschlossen waren. Im besonderen Maße ist es aber eine Auszeichnung für das Engagement der Lehrer, denkt Emmerich. „Das Siegel kann sich eigentlich jeder Kollege aus dem MINT-Bereich umhängen. Es zeigt auch, dass wir Lehrer uns gute Arbeit auf die Fahne schreiben können. Wir haben sonst wenig Gelegenheit, unsere Arbeit zu messen.“ Spätestens in drei Jahren wird es allerdings wieder so weit sein: Dann wird die Auszeichnung evaluiert und im besten Fall verlängert. „So wird sichergestellt, dass wir uns nicht ausruhen“, so Kühle.

++++Die Auszeichnung++++

Die Ehrung als „MINT-freundliche Schule“ im Rahmen der Bildungsinitiative „MINT Zukunft schaffen“ wird an Schulen verliehen, die einen erkennbaren MINT-Schwerpunkt aufweisen. Das Ziel der Initiative ist es, diese Schulen in einen einheitlichen Prozess einzubeziehen – basierend auf einem standardisierten Kriterienkatalog, der 14 MINT-Kriterien aufweist. In NRW erhielten in diesem Jahr 34 Schulen das erste Mal die Auszeichnung.

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