Bild1 200 Tageszeitung "Der Patriot" vom 12. April 2019 / Birte Schönhense

Lehrer in Rüthen erhalten 120 Tablets

Ihre Ostergeschenke haben Rüthener Lehrer schon vor den Ferien bekommen: 120 fördergeldfinanzierte Tablets sind an sie verteilt worden. Aber nicht spielen, sondern vielmehr arbeiten werden sie künftig mit den Geräten. So schreitet die Digitalisierung in der Schule voran.

 

Stirnrunzelnd blickt Englischlehrer Felix Behrendt auf das hochglanz-weiße Technikteil in seinen Händen samt offenbar dazu passendem Stift. „Muss man den Stift damit koppeln?“, fragt er Kollege Henrik Dohmann. Der ist nämlich IT-Beauftragter am Friedrich-Spee-Gymnasium und kennt sich aus. Gerade verteilt er unter den Kollegen einige der 70 Tablets, die für das Gymnasium reserviert sind.

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Arbeitsmaterial: Die Lehrer Henrik Dohmann (l.) und Felix Behrendt freuen sich schon darauf, die Tablets im Unterricht einzusetzen. Foto: Schönhense

Schließlich können sie sich in den nun beginnenden Osterferien schon einmal damit auseinandersetzen, bevor später richtige Schulungen in Sachen Handhabung anstehen. Rein beruflich, versteht sich: „Ich habe hier zwei Aufkleber von der Stadt, einen großen und einen kleinen mit der Gerätenummer“, sagt Dohmann in die Runde. Die müssen auf die iPads. „Eigentum der Stadt Rüthen“ steht darauf. Und auch einen Vertrag müssen die Lehrer unterschreiben. Die 120 Tablets sind nämlich aus Geldern des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ angeschafft worden. Samt sonstiger nötiger technischer Ausrüstung – zum Beispiel, um den Anschluss zum Beamer herzustellen – für rund 52 000 Euro. Das teilt Rüthens Beigeordneter Hubert Betten mit. Freilich profitiert nicht nur das Kollegium am Gymnasium, sondern alle Lehrer jeder Schule auf Stadtgebiet davon – auch in den Grundschulen. Tablets, die nicht direkt an die Lehrer weitergereicht werden, warten zum Beispiel am Gymnasium in einem Tablet-Koffer auf ihren Einsatz im Unterricht.

In Sachen Digitalisierung hat die Stadt Rüthen in diesem Jahr noch weitere Pläne. Zum Beispiel sollen Lizenzen für das Office-Paket 365 angeschafft werden. In Kürze soll es bei der Herstellerfirma bestellbereit sein, so Betten. Mails schreiben, Tabellen kreieren, Texte schreiben und viel mehr macht das Programm möglich. Und der Vorteil von Office 365: Es ist eine einheitliche Version, die an den Schulen eine Basis der Kompatibilität schafft. Somit soll es im Unterricht keine Probleme mehr geben, wenn Schüler zu Hause Arbeiten in digitaler Form vorbereiten, die dann in der Schule vorgezeigt werden sollen.

Stadt wartet derzeit auf Digitalpakt-Gelder

Zudem werden Computerräume modernisiert – unter anderem eben im Gymnasium, aber auch in der Grundschule Kallenhardt.

Bloß hängt die Stadt zurzeit in der Warteschleife: Mit dem Digitalpakt erwartet die Schulen nämlich demnächst eine nächste Finanzhilfe des Bundes, erklärt Hubert Betten. Die Gelder seien anders als „Gute Schule“ nur für die Digitalisierung gedacht, könnten also für die nächsten Projekte an Rüthener Schulen eingesetzt werden. Allein fehlt derzeit noch grünes Licht für die Umsetzung des Digitalpakts.

Quiz, Feedback und Co.: Auch im Unterricht gibt’s für alles eine App

Schon jetzt arbeiten gerade junge Lehrer gerne mit nützlichen Apps im Unterricht – bisher eben meist übers private Smartphone. Henrik Dohmann und Claudia Gallagher stellten einige vor.

  • One-Note: Teil des Office-Pakets und digitales Notizbuch. Seine Notizen zum Matheunterricht kann Dohmann damit einfach per Beamer jedem Schüler der Klasse zeigen.
  • Edkimo: eine Feedback-App. Nach der Stunde kann der Lehrer die Schüler befragen, wie lehrreich sie den Unterricht fanden – und kriegt das Ergebnis direkt aufs Handy. Demnächst plant Dohmann zum Beispiel auch eine Umfrage im Kollegium. Tenor: Nun, da ihr das Tablet mit Beamer nutzen könnt – braucht ihr noch das Smartboard als interaktive Tafel?
  • Audioaufnahmen: Helfen zum Beispiel im Englischunterricht. Die Schüler nehmen sich auf und können ihre eigene Aussprache überprüfen.
  • Kahoot: eine Quiz-App zum Lernen. Jeder Schüler meldet sich mit dem Handy an. Die Fragen sind praktischerweise schon zu verschiedenen Themen formuliert – zum Beispiel zu Adverbialsätzen. Mithilfe von Farben wählen die Schüler ihre Antwort aus – und der Lehrer weiß gleich, wo es noch hakt. „Das kann man dann im Unterricht noch mal vertiefen. In der folgenden Woche habe ich einen Test zu Adverbialsätzen gestellt und die Schüler waren richtig fit“, freut sich Deutschlehrerin Gallagher. In der Schule starre nicht jeder einsam auf sein Gerät, sondern alle könnten dank der Technik gemeinsam an einer Sache arbeiten. Gallagher: „Das Kollaborative ist einfach schön.“ Genutzt werden auch Apps zum Programmieren, zum Klassenraum-Management oder um Lernmaterialien hochladen und abspeichern zu können.

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