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Selbstgesteuert lernen. Projektorientiert entscheiden. Einüben fördern. Experimentell arbeiten.

FSG setzt beim individualisierten Lernen auf SPEE-Stunden

Maren und Cassandra aus der 6a arbeiten im Werkraum im Projektkurs von Stephan Wiedemann an ihrer beweglichen Figur aus Ton. Drei Räume weiter übt ihre Klassenkameradin Lena im Mathekurs bei Christian Kühle am Tablet mit der Mathe-App. Raphael aus der 7c produziert zeitgleich im Medienraum bei Iris Hölscher-Wolf mit zwei Mitschülern ein Nachrichtenvideo.

Was ungewöhnlich für einen Schulvormittag klingt, ist am FSG mittlerweile völlig normal: Die „SPEE-Stunden“ stehen ab diesem Halbjahr für alle Sechst- und Siebtklässler auf dem Stundenplan. Von Dienstag bis Donnerstag wählen die Schülerinnen und Schüler aus einem breiten Angebot an Förder-, Trainings- und Projektkursen. Alle vier Wochen entscheiden die FSG-Schüler aufs Neue, woran sie in ihren „SPEE-Stunden“ arbeiten.

Individualisiertes Lernen ist schon seit einigen Jahren ein viel diskutiertes Thema der Pädagogik. Das FSG hat entschieden, dieses Thema nicht nur zu diskutieren, sondern auch in der Praxis umzusetzen. „Wir wollten nicht nur ein neues, sondern auch ein effektives Angebot sowohl zur Förderung als auch zur Forderung machen, dass die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Interessen unserer Schülerinnen und Schüler aufgreift“, erklärt Barbara Kühle, die stellvertretende Schulleiterin des Rüthener Gymnasiums. 

Dass die SPEE-Stunden genau diesen Gedanken der individuellen Förderung aufgreift, zeigt ein Blick auf das Kursangebot: Es gibt Trainingskurse in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathe, Französisch und Latein. Sollte also in einem der Fächer der „Leistungsschuh“ drücken, arbeiten die Schüler in kleinen Lerngruppen bei einem Fachlehrer gezielt Schwächen auf. Aber nicht nur die klassischen Schulfächer finden sich in den SPEE-Stunden wieder. Es gibt auch Stundenangebote, die man vielleicht nicht sofort im täglichen Schulunterricht vermutet hätte, z.B. den Keramikkurs oder den Projektkurs Elektronik, in dem die Schülerinnen und Schüler sogar Löten lernen können. Auch die neuen Medien kommen unter dem Thema „Fake News“ nicht zu kurz: Projektarbeit mit Tablet und der neuen „Green Wall“ steht bei den Schülerinnen und Schülern hoch im Kurs. Der Projektkurs Biologie-Chemie untersucht die Inhaltsstoffe der Milch und im Projektkurs Sport wird Jumpstyle getanzt. In vielen weiteren Projektkursen können sich die Schülerinnen und Schüler zu unterschiedlichen Themen ausprobieren.

Mit der Einführung der SPEE-Stunden verlängert sich die wöchentliche Unterrichtszeit nicht. Der Nachmittagsunterricht bleibt in Rüthen stark begrenzt. Das funktioniert, indem in jeder Jahrgangsstufe drei Unterrichtsfächer je eine Stunde für das SPEE-Stunden-Konzept bereitstellen. Deren Unterrichtsstoff fällt natürlich nicht einfach unter den Tisch. In Fachaufgabenstunden arbeiten die Schülerinnen und Schüler eigenständig am Unterrichtsstoff dieser drei Fächer – die einen schneller, die anderen etwas langsamer. „Wenn die Schülerinnen und Schüler in Geschichte den Stammbaum für die griechische Götterfamilie erstellen und einen der Götter näher vorstellen sollen, können viele von ihnen das hervorragend ganz ohne meine Hilfe.“, erklärt Geschichtslehrerin Monika Pickmeier. Und wenn doch einmal Hilfe nötig sein sollte, ist in diesen Stunden immer ein Fachlehrer dabei. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die Schüler sowohl den Unterrichtsstoff beherrschen als auch in den Projektkursen kreativ und forschend arbeiten oder in den Trainingskursen Unterrichtsinhalte wiederholen können.

Maren und Cassandra berichten inzwischen schon stolz von ihren Produkten aus dem Keramikkurs und auch die ersten Videos aus dem Digi-Projektkurs können sich sehen lassen. Und im Geschichtsunterricht der 6b wurde am Freitag dann auch eifrig berichtet, dass die Fachaufgaben schon fast komplett fertig gemacht worden sind, damit mehr Zeit zum Ausprobieren weiterer Projekte bleibt.

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