Experiment im ChemieraumWir in unserer Welt - Teil 1

Projekttage am FSG

Atomarer Störfall am Rüthener Gymnasium! Eine Stichflamme am Kühlturm, eine heftige Explosion, der Reaktor schießt in die Höhe. Dichter Qualm wabert durch den Chemieraum. Versuch geglückt, die Schülerinnen Nina, Maja und Rosa nicken sich zufrieden zu...

Der Supergau aus Pappe, Holz und Pappmache war von den Dreien minutiös vorausgeplant, um ihre These zu untermauern, wonach die Atomkraft unbeherrschbare Gefahren in sich birgt.

Nur ein Beispiel von insgesamt 29 Projekten, die sich 75 SchülerInnen des Rüthener Gymnasiums vergangene Woche vornahmen – Projekttage am FSG.

„Wir in unserer Welt“, so lautete die große Überschrift; die Schüler der Jahrgangsstufe Acht sollten Chancen zur Nachhaltigkeit erkunden. Und zwar auf eigene Faust, die Lehrer spielten bei den Projekttagen nämlich nur die zweite Geige, standen allenfalls begleitend zur Seite, wenn die Jugendlichen Unterstützung wünschten. Nach der Devise: „EURE Ideen sind gefragt“. Selbstständiges Arbeiten war Trumpf.

Wie steht es um den Papierverbrauch an unserer Schule? Wie viel Energie schluckt die Schulbeleuchtung? Wie sinnvoll sind Windkraft- und Photovoltaikanlagen am Schulgebäude? Kann man plastikfrei einkaufen? Wie kriegt man den Plastikmüll aus der Natur? Wie sehen die Auto-Motoren der Zukunft aus? Das waren einige der Fragen, die die Schüler aufwarfen, um sie dann selbst zu beantworten.

Dazu nutzten die Achtklässler iPads und Computerräume des FSG – aber nicht nur diese.

Die SchülerInnen schwärmten vielmehr aus, um Informationen vor Ort einzuholen: Straßenumfragen und Expertenbesuche standen unter anderem   in Rüthen, Belecke, Allagen und Soest an, zwei Schülerinnen reisten sogar bis kurz vor Köln, um sich über Windkraft und Braunkohle aus erster Hand zu informieren.

Das Rüthener Rathaus, Supermärkte und Autohäuser – niemand war vor den bohrenden Schülerfragen sicher. Über 200 Euro sammelten die Jugendlichen obendrein als Spenden für „Ärzte ohne Grenzen“ und den „World Wildlife Fund“ (WWF) ein.

Zum Finale präsentierten die SchülerInnen sich gegenseitig ihre Ergebnisse. Und diskutierten diese engagiert. Das Kollegium des FSG staunte nicht schlecht, mit wie viel Energie und Enthusiasmus die Projektler bis knapp vor Schluss an ihren Vorträgen und Exponaten feilten. Etwa an einer Recycling-Sandale, gefertigt aus dem „Rüthener Patrioten“. Um Schulnoten ging es übrigens nicht bei den Projekttagen, allein der Lernprozess stand im Vordergrund.

„Die Projekttage waren cool“, „man sollte sie jedes Halbjahr machen“, urteilten Schüler zum Abschluss. Gelernt hätten sie nicht nur zum Thema, sondern auch das selbstständige Planen, Organisieren und Erarbeiten im Team. Obendrein übten sie sich bei Recherche und Präsentation im Umgang mit digitalen Medien – der nagelneue Greenscreen-Raum am Gymnasium ermöglichte den Jugendlichen etwa perfekte Fotomontagen.

Und als nachhaltig könnten sich die Projekttage auch im praktischen Sinne erweisen: die Schüler wollen nämlich ihre Resultate zur Nutzung von Energiesparlampen am FSG als Denkanstoß an die Stadtverwaltung weiterleiten.

Claudia Gallagher

Die Projekte in Bildern

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