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Tageszeitung "Der Patriot" / Marcel Mund

Schüler wollen Lebensretter sein

DKMS zu Besuch am FSG

Fast alle Stühle in der Alten Aula des Friedrich-Spee-Gymnasiums waren am Mittwochmittag besetzt. Rund 150 Schüler der Oberstufe hatten sich eingefunden, um sich über das Thema Stammzellenspende zu informieren. Anschließend ließen sie sich selbst als potenzielle Spender registrieren.

 

Eine bedrückende Stille herrschte zu Beginn der Veranstaltung. Die Schüler bekamen zunächst einen Film zu sehen, in dem ein ehemaliger Blutkrebs-Patient sowie die Mutter einer Tochter, die im Alter von drei Jahren an Blutkrebs verstorben ist, über ihre Gefühle und Erfahrungen berichteten.

Anschließend erklärte ihnen Andrea Rüther von der DKMS, die es sich als gemeinnützige Organisation zur Aufgabe gemacht hat, mit Knochenmarkspenden gegen Blutkrebs vorzugehen, warum es so wichtig ist, möglichst viele etwaige Spender zu gewinnen. "Jeder zehnte Blutkrebs-Patient, der eine Stammzellenspende benötigt, findet nicht den passenden Spender", mahnte sie. Der "Fingerabdruck der Zelle" müsse stimmen, das sei äußerst schwierig. Mit mehr registrierten Menschen erhöhe sich die Chance darauf.

Dominik Vollmer aus Anröchte ist so ein Stammzellenspender. Er berichtete den Schülern von seinen Erfahrungen der Stammzellenentnahme und wie er damit einer Krebspatientin aus den Niederlanden geholfen hat.

Anschließend konnten die Schüler sich als potenzielle Spender registrieren lassen. In einem Raum neben der Alten Aula waren mehrere Tische aufgebaut worden, an denen ihnen von Helfern das Vorgehen erklärt wurde und sie ihr Einverständnis schriftlich erteilen mussten. Mit einem Wattestäbchen machten sie anschließend einen Wangenabstrich.

"Die Stäbchen gehen an unser Labor nach Dresden", erklärte Andrea Rüther von der DKMS. Dort werden die jeweiligen Gewebemerkmale bestimmt. Anhand dieser wird ermittelt, ob sich unter den Schülern der Oberstufe ein passender Spender für einen Blutkrebspatienten befindet.

Nicht ein persönliches Schicksal an der Schule war der Grund für die Aktion, sondern eine Idee der Jungen Liberalen (Juli) aus Rüthen. "Nachdem wir zuletzt die Stolpersteine in Rüthen geputzt haben, wollten wir jetzt etwas für die Allgemeinheit tun und dabei vor allem etwas mit jungen Leuten machen", erklärte Juli-Sprecherin Anne Mausbach. Schnell war der Kontakt zur DKMS hergestellt. Mit den Verantwortlichen des Friedrich-Spee-Gymnasiums vereinbarten die Julis dann in der vergangenen Woche relativ kurzfristig den Termin. "Wir haben seitens der Schule nur positives Feedback bekommen", sagte Juli-Vorsitzender Niels Leunis. Lehrer Tobias Neumann, der am Gymnasium für die Pressearbeit zuständig ist, bestätigte das: "Auch wenn wir derzeit eine ziemliche Termindichte wegen der Osterferien und des Zentralabiturs haben, ist das eine sehr gute Sache."

Leunis sagte, dass es wichtig sei, viele junge Menschen als mögliche Spender zu gewinnen. Umso größer sei die Chance, dass sie im Laufe ihres Lebens tatsächlich einmal zu Stammzellenspendern werden.

Stäbchen anfordern

Wer selbst Spender werden möchte, kann über die Internetseite www.dkms.de ein Wattestäbchen anfordern, mit dem er einen Wagenabstrich macht. Nach der Registrierung stehen die Gewebemerkmale für die Suche von Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.

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In einem Raum neben der Aula waren für die Aktion mehrere Tische aufgestellt worden. Foto: Mund

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Stäbchen rein und einen Wangenabstrich machen: Juli-Vorsitzender Niels Leunis erklärt einer Schülerin das genaue Vorgehen. Foto: Mund

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