Der Patriot vom 19.05.2015 / Kristina Rückert

Um Rahmenhandlung erweitert

Theater Speezial zeigt My Fair Lady. Premiere ist am 29. Mai

RÜTHEN Kann man einen Menschen umerziehen? Professor Higgins wagt das Experiment. Sein Material: Das Blumenmädchen Eliza. Er schleift ihren sprachlichen Ausdruck, ihre Manieren und ihre Kleidung, um sie unerkannt in die feine Londoner Gesellschaft einzuführen – das wäre der Beweis.

 

Die Geschichte von Eliza und Doolittle, von der das Musical „My Fair Lady“ handelt, ist altbekannt. Die Theatergruppe der Oberstufe des Friedrich-Spee-Gymnasiums Theater Speezial hat sich das Stück in diesem Schuljahr vorgeknöpft. Im Moment läuft die heiße Phase der Proben: In der kommenden Woche ist am Freitag, 29. Mai, Premiere.

Von George Bernard Shaw unter dem Titel „Pygmalion“ als Komödie verfasst, wurde das Stück erst nach dem Tod des Autors zum Musical umgeschrieben. Die beiden Regisseurinnen Claudia Gallagher und Monika Pickmeier haben es frei inszeniert. Das heißt: „Wir singen nicht“, erklärt Claudia Gallagher. Allerdings wird eine Schülerin am Klavier die bekannten Melodien anspielen, „damit der Wiedererkennungswert da ist“. Außerdem haben die Schüler eine Rahmenhandlung erfunden, in der eine ältere Version von Eliza Doolittle gemeinsam mit ihrer Enkeltochter in das Stück einführt.

Mit diesem Schachzug sind auch zwei weitere Rollen entstanden, die das 21 Darsteller zählende Ensemble gut gebrauchen kann. Stolz ist Gallagher auf die Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe, die viel Zeit und Mühe in die Inszenierung stecken. „Zwei sind sogar direkt nach der schriftlichen Abiturprüfung zur Probe gekommen.“ Aus Spaß am Theaterspiel, denn Noten gebe es für sie nicht mehr. „Das ist eine tolle Sache“, findet die Lehrerin.

Eine Herausforderung war das Bühnenbild. Schließlich gilt es neben Higgins’ Studierzimmer den Marktplatz in Covent Garden darzustellen, auf dem Eliza ihre Blumen verkauft oder auch die Pferderennbahn in Ascot. 26 Obstkisten, die Gallagher im Internet ersteigert hat, stellen nun die flexible Kulisse dar – sind Regal, Bett und Sofa oder Zuschauerränge.

Auf das Anschauen der Verfilmung aus dem Jahr 1964 mit Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen (Regie: George Cukor) haben die Regisseurinnen bewusst verzichtet. „Das ist gefährlich“, weiß Gallagher, denn dann würden die Schüler versuchen, den Film zu imitieren. So hatten sie nur das Skript als Vorlage für ihr Spiel.

Wer Professor Higgins bei seinem Experiment zuschauen möchte, der sollte sich eine der drei Vorstellungen anschauen. Nach der Premiere gibt es weitere Aufführungen am  Samstag, 30. Mai sowie Mittwoch, 3. Juni, jeweils um 19.30 Uhr in der Alten Aula. Karten können im Schulsekretariat unter Tel. (0 29 52) 15 83 vorbestellt oder täglich in der ersten großen Pause gekauft werden.

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