Bild1 200 Mit Fragen im Gepäck in die Hauptstadt Europas

Erasmus+ Projekt des Friedrich-Spee-Gymnasiums will in Brüssel europäische Politik hautnah erleben

Das Erasmus+ Projekt des Rüthener Gymnasiums neigt sich langsam dem Ende zu. Vor der Fahrt in die europäische Hauptstadt Brüssel, wo vom 5. bis zum 11. März das letzte von insgesamt drei Projekttreffen des Erasmus+ Projekts des Friedrich-Spee-Gymnasiums stattfinden wird, ging es für die Erasmus+ AG aber noch einmal zurück an den Beginn ihres Projektes.

Gymnasiasten machen Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer zu „Filmstars“: Jugendliche zeigen ihren Film „Welcome to Germany!?" im Eine-Welt-Café in Lippetal

Rund 25 Personen sind es diesmal, die beim Eine-Welt-Café vorbeischauen. Die Grippewelle hat gerade auch bei den Kindern zugeschlagen und daher ist es heute deutlich ruhiger als beim letzten Besuch der Rüthener Jugendlichen im vergangenen Sommer, als sie bei den Dreharbeiten zu ihrem Projektfilm „Welcome to Germany!?“ im Gespräch und im Spiel die Situation der Geflüchteten und die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer kennenlernten und viele von ihnen interviewten. Den auf dieser Grundlage entstandenen Film zeigte die Erasmus+ AG bereits bei einem Erasmus+ Treffen in Italien und beim Europaabend am FSG Rüthen. Nun kehrte die Schülergruppe wie bei den Dreharbeiten versprochen in das Café nach Lippetal-Oestinghausen zurück, um den Film dessen Hauptdarstellern zu zeigen.

Als der Film anläuft wird es zunächst ganz still, doch als die ersten bekannten Gesichter als „Filmstars“ auftauchen, gibt es auch viele Lacher. Am Ende gibt es großen Applaus für die jungen Filmemacherinnen der Erasmus+ AG. Acht Monate sind seit den Dreharbeiten vergangen und einiges ist geschehen: Die Deutschkenntnisse der Geflüchteten sind viel besser geworden, die Kinder sprechen bereits fließend Deutsch, aber auch mit den Eltern können sich die Schüler viel besser unterhalten. Auch die Wohnungssituation hat sich bei den meisten von ihnen verbessert.
Zur Vorbereitung auf ihre Begegnung mit Politikern in Brüssel sammeln die Schülerinnen auch Fragen und Kritik der Flüchtlinge und der Ehrenamtler. Klagen gibt es vor allem über die langsame Bürokratie. Zwar sei die Versorgung mit Sprachkursen mittlerweile weitgehend gesichert, doch der Weg in den Arbeitsmarkt ist sehr schwierig. Das setzt gerade den Männern zu.
Die Helfer beschäftigen aber auch Fragen nach dem zukünftigen Umgang mit neu ankommenden Geflüchteten: Die zuletzt diskutierte Einrichtung von zentralen Aufnahmelagern wie etwa in Bayern lehnen sie vehement ab und sie bitten die Rüthener Gymnasiasten darum, in Brüssel diese Bedenken vorzutragen. Am Ende dieses interessanten Nachmittags steht die Einladung an die Schülerinnen und ihre Lehrer Marina Menke und Christian Neuhaus, nach der Rückkehr aus Brüssel das Café wieder zu besuchen und von ihren Erlebnissen und Begegnungen zu berichten.

Erasmus+ Treffen in Brüssel: Begegnung mit alten Freunden, Lobbyisten und Entscheidungsträgern

Mit den Eindrücken und Fragen der Begegnungen im „Eine-Welt-Café im Gepäck werden sich die die Schülerinnen in der kommenden Woche auf den Weg nach Brüssel machen. Das letzte Projekttreffen von „Welcome to Europe!?“ mit den Kooperationspartnern aus Frankreich, Italien, Polen und der Türkei findet auf neutralem Boden statt. Obwohl die Ortswahl eigentlich nur eine Ausweichlösung für den ursprünglich geplanten Austragungsort Istanbul war, entpuppt sich die Wahl der „Hauptstadt Europas“ als Treffpunkt als Glücksfall für das Projekt. Schließlich begeben sich die fünf Delegationen an den Ort, an dem die für ganz Europa geltenden Entscheidungen gefällt werden. Natürlich ist die Vorfreude auf das Treffen bei allen Beteiligten groß. Schülerin Anne Mausbach, die bereits an den ersten beiden Treffen teilgenommen hat, erklärt: „Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit unseren Freunde aus den anderen Schulen. Durch die gemeinsame Unterbringung in der Jugendherberge können wir viel mehr Zeit miteinander verbringen. Das ist gerade zum Abschluss sehr schön.“

Auf die Jugendlichen aus den fünf Nationen wartet ein prall gefüllter Zeitplan: Neben Begegnungen mit Europaabgeordneten und mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen steht auch ein Besuch des „Parlamentariums“ und natürlich die Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten der belgischen Hauptstadt auf dem Programm.

Die Arbeit am Projektthema, der europäischen Einwanderungspolitik und dem Umgang mit geflüchteten Menschen in Europa, wird während des Treffens in mehreren Workshops fortgesetzt. In gemischtnationalen Gruppen werden die Jugendlichen ein Planspiel durchführen, in dem eine internationale Konferenz zum Thema vorbereitet und durchgeführt werden wird. Die Projektkoordinatoren Marina Menke und Christian Neuhaus freuen sich, dass sie bei der Planung große Unterstützung von Seiten der deutschen EU-Abgeordneten erfahren haben: „Von der angeblichen Bürgerferne der Politiker haben wir nichts gespürt. Unsere EU-Parlamentarier Herr Liese und Frau Sippel haben uns sehr geholfen. So können wir unsere Workshops und die Konferenz in Konferenzräumen des Europaparlaments und der Landesvertretung NRW durchführen.“ Menke und Neuhaus sind sich sicher, dass die Woche in Europas Hauptstadt für alle Beteiligten eine spannende Erfahrung werden wird: „Einen besseren Abschluss hätten wir uns bei unseren Planungen für dieses Projekt kaum ausdenken können“.

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Die Erasmus+ AG steht in den Startlöchern: Nächste Woche geht es auf nach Brüssel (v.l. Ann-Christian Peters, Anne Mausbach. Pia Stallmeister, Nikolina Mateska, Giuseppe Russo, Franziska Dave und Sina Jesse).

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Im Eine-Welt-Café in Lippetal präsentierten die Rüthener Gymnasiasten ihren Film und diskutierten mit Geflüchteten und ehrenamtlichen Helfern.

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