Erasmus4 200 Ein starkes Plädoyer

EU-Parlamentarier beim FSG-Europa-Abend vom Erasmus+ Projekt beeindruckt

Ein Jahr schon arbeiten die Schülerinnen und Schüler in der Erasmus+ AG am Projekt „Welcome to Europe!?“ - und in diesem Jahr haben sie bereits einiges erlebt und erarbeitet. Bei zwei internationalen Projekttreffen, in Rüthen und in Terlizzi / Italien, haben die Jugendlichen aus den fünf im Erasmus+ Projekt beteiligten Partnerschulen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Polen und der Türkei eine Ausstellung und Filme produziert.

 

Daher lud die Erasmus+ AG unter dem Titel „Europa zu Gast am FSG“ in die Alte Aula des Rüthener Gymnasiums ein. Zum Erasmus+ Abend war hoher Besuch gekommen: Mit Birgit Sippel und Peter Liese konnten die Jugendlichen gleich zwei Europaparlamentarier begrüßen, die eigens aus Brüssel anrgereist waren. Musikalisch wurden die Gäste von Anima de Meo und Sina Rüther mit dem Lied „Read all about it“ begrüßt. Nachdem Marina Menke und Christian Neuhaus, die als Lehrer das gesamte Erasmus+ Projekt koordinieren und die AG am FSG betreuen, kurz die Idee und die Arbeit im Projekt vorgestellt hatten, übergaben sie an die Schülerinnen und Schüler.

Film „Willkommen in Deutschland!?“: Aus dem Fragezeichen ein Ausrufezeichen machen

Mit ihrem Film „Willkommen in Deutschland!?“ zeigten die „Filmemacher“ um die Regisseurinnen Sina Rüther und Anima de Meo, wie geflüchtete Menschen in unserer Region leben. In zahlreichen, teilweise sehr emotionalen Interviews erkundeten die Jugendlichen nicht nur den Alltag der Flüchtlinge bei uns, sondern sprachen auch mit ehrenamtlichen Helfern, die sich für die Integration der neuen Mitbürger engagieren. Am Ende der Vorstellung zeigte der Applaus des Publikums, dass der Appell, das Fragezeichen hinter dem Filmtitel „Willkommen in Deutschland?!“ in ein Ausrufezeichen zu verwandeln, bei den Zuschauern angekommen war.

Die Filme der Projektpartner fassten Marius Bartsch und Nina Voß zusammen. Wer Interesse daran hat, kann alle Filme online abrufen und so auch Eindrücke über Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Lebens der Flüchtlinge in den Ländern gewinnen. Die Filme können unter dem folgenden Link können alle Filme abgerufen werden: http://english4college.free.fr/site/videos.htm

Engagierte Plädoyers für europäische Zusammenarbeit

Dann kam die Stunde der Gäste aus Brüssel: Befragt von den Moderatoren Nikolina Mateska und Giuseppe Russo stellten Birgit Sippel von der SPD und Dr. Peter Liese von der CDU zunächst ihre Arbeit im Europäischen Parlament vor, bevor das Gespräch auf die derzeitige Situation der EU kam. Beide Abgeordnete beklagten vor allem den nationalen Egoismus in den EU-Staaten. Die meisten politischen Herausforderungen seien heute auf nationaler Ebene gar nicht zu lösen. Allerdings werde die Verantwortung für hausgemachte Probleme gerne auf die EU verschoben. Der Nationalismus sei nicht nur in osteuropäischen Staaten wie Polen ein Problem. Gerade für die Überwindung dieser nationalen Egoismen sahen beide Abgeordnete internationale Bildungsprojekten und Begegnungen wie Erasmus+ als unersetzbar an und lobten die Initiative des Rüthener Gymnasiums.

Die teilweise großen Unterschiede bei der Bewertung der Flüchtlingsfrage hatten auch die FSG-Schülerinnen und Schüler bei der Zusammenarbeit mit ihren Partnern ganz konkret kennengelernt. Logisch, dass Giuseppe Russo da fragte, ob es auch im Europaparlament oder sogar innerhalb der Fraktionen diese Meinungsverschiedenheiten gebe. Birgit Sippel und Peter Liese bestätigten, dass die Konfliktlinie auch durch die Fraktionen gehe. Dennoch bestehe im Parlament eine breite Mehrheit für eine humanitäre Regelung der Einwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in die EU. Hier seien es die Einzelstaaten, die im Rat diese Initiative des Parlaments blockierten.

Peter Liese erinnerte daran, dass in Deutschland erst seit 2015 das Thema Zuwanderung wirklich heiß diskutiert werde, während Italien schon seit langem an der Außengrenze der EU Anlaufstelle für tausende Flüchtlinge war und weiterhin ist. Auch wir Deutschen hätten hier lange keine Hilfe geleistet.

Birgit Sippel betonte, dass es nicht reiche, sich einfach abzuschotten oder Flüchtlinge in Libyen von der Flucht abzuhalten. Es gehe vor allem darum, Fluchtursachen in den Herkunftsländern der Menschen zu bekämpfen und auch wir Europäer müssten uns hinterfragen, ob nicht auch europäische Handels- oder Fischereipolitik beispielsweise in Afrika Lebensgrundlagen von Menschen gefährdet.
Trotz der großen Schwierigkeiten, von denen Frau Sippel und Herr Liese berichteten, zeigten sich beide Politiker am Ende kämpferisch und überzeugt, dass eine Lösung der großen Herausforderungen machbar sei – allerdings nicht durch Einzelstaaten, sondern nur durch die Zusammenarbeit in der Europäischen Union.

Lob für die Erasmus AG – und ein Wiedersehen in Brüssel

Nach einem großen „Danke schön“ an die Gäste aus Brüssel, die Filmemacherinnen Sina und Anima und die Moderatoren Giuseppe und Nikolina lud die Erasmus AG die Gäste des eindrucksvollen Abends ein, sich in netter Atmosphäre bei Getränken die Plakate und Filme anzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. In vielen Unterhaltungen, unter anderem auch mit dem Rüthener Bürgermeister Peter Weiken und dem Beigeordneten Hubert Betten, erhielten die Jugendlichen großes Lob für ihre Leistung und ihr Engagement. Und auch Frau Sippel und Herr Liese zeigten sich beeindruckt: „Ihr habt wirklich etwas Tolles auf die Beine gestellt.“ Und sie wünschten sich von den Erasmus-Schülerinnen und Schülern, dass sie sich weiter für die europäische Idee einsetzen – ein Wunsch, den sich das FSG schon seit langem auf die Fahne geschrieben hat.

Schon im März haben die Jugendlichen der Erasmus+ AG die nächste Verabredung mit Birgit Sippel und Peter Liese – diesmal in der „Hauptstadt Europas“, in Brüssel, wo sie gemeinsam mit ihren Freunden aus Italien, Frankreich, Polen und der Türkei eine „Europäische Flüchtlingskonferenz“ abhalten werden. Die Abgeordneten gaben schon einmal Tipps für den Aufenthalt – die Erasmus AG freut sich schon jetzt auf die besten Pommes Frites der Welt!

Die Erasmus+ AG am FSG sind...
Marius Bartsch, Anima De Meo, Franziska Duve, Marie Köller, Nikolina Mateska, Anne Mausbach, Ann-Christin Peters, Giuseppe Russo, Sina Rüther, Pia Stallmeister, Nina Voß, Fatma Yalinci und ihre Lehrer Marina Menke und Christian Neuhaus

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