Wie begegnet man einem Rassisten?

TV-Moderatorin Mo Asumang stellt ihren Film « Die Arier » vor und diskutiert mit FSG-Schülern

Nett sein zu Rassisten? Mit dieser Aufforderung überrraschte die afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang ihre jungen Zuhörer bei einer spannende Veranstaltung im Kino des Alten Schlachthofs in Soest. Auf Einladung der Kommunalen Koordinierung der Integrationsstelle beim Kreis Soest waren Schülerinnen und Schüler aller « Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage » im Kreis eingeladen, Asumangs preisgekrönten Film « Die Arier » anzusehen und mit der Filmemacherin persönlich ins Gespräch zu kommen.

In einer Mischung aus Lesung aus ihrem Buch « Mo und die Arier », Filmvorführung und Diskussion berichtete Mo Asumang von eigenen Erfahrungen mit Rassismus , von « kleinen Nadelstichen » in ihrer Kindheit und Jugend bis hin zu einem gewaltsamen Angriff und einer gegen sie gerichteten Morddrohung in einem Lied einer Naziband, die sich « White Aryan Rebels » nennt. Diese Morddrohung war es schließlich auch, die Asumang dazu brachte, sich mit dem Fremdenhass aktiv auseinander zu setzen und sich zu fragen, was eigentlich ein « Arier » ist.

In ihrem Film « Die Arier » begibt sich Mo Asumang auf Spurensuche nach den « Ariern » und begegnet vielen Menschen, die sich selbst für Arier halten und Asumang allein schon wegen ihrer Hautfarbe verachten : Sie trifft deutsche Neonazis bei einer Demonstration, sie reist in die USA, wo sie sich mit einem bekannten Nazi und sogar mit Mitgliedern des Ku-Klux-Clan unterhält. Dabei bringen Mo Asumangs freundlich vorgetragene und scheinbar naive Fragen die Gesprächspartner immer wieder in Erklärungsnot, wenn sie ihre Ablehnung und ihren Hass gegen Menschen mit anderen Hautfarben erklären wollen. Am Ende wird deutlich : Die « Arier » als angebliche « Herrenrasse » sind ein Hirngespinst hasserfüllter Rassisten - und die wirklichen Arier leben im Iran : Mo Asumang reist zu ihnen und wird freundlich und ohne Vorurteile empfangen, der Hass gegen Menschen mit anderer Hautfarbe, Nationalität oder Religion ist ihnen fremd.

Das Friedrich-Spee-Gymnasium stellte mit einer ganzen Schulklasse die größte Delegation im Soester Kinosaal. Die Klasse 8a, die sich in den vergangenen Wochen in einem historischen Längsschnitt mit dem Thema « Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit » beschäftigte, verfolgte gespannt den Erzählungen Mo Asumangs und stellte im Anschluss an den Film viele Fragen. Vor allem interessierte die Jugendlichen, ob Mo Asumang als Afrodeutsche keine Angst bei den direkten Begegnungen mit Neonazis oder besonders den Mitgliedern des Ku-Klux-Clans gehabt habe. Mo Asumang antwortete, dass sie gerade vor den Begegnungen mit Rassisten in den USA sehr viele Befürchtungen hatte. Sie betonte aber auch, dass sie durch ihr eigenes freundliches Verhalten versucht habe, die angespannte Stimmung zu entschärfen und es ihr wohl vor allem dadurch gelungen sei, die « harte Schale » einiger Rassisten zu knacken und sie in Gespräche zu verwickeln. « Mit Konfrontation bringt man die Menschen nicht zum Nachdenken, dann ziehen sie sich zurück und fühlen sich eher in ihrem Denken bestärkt. Aber wenn man miteinander ins Gespräch kommt, ist es sogar mit einem einfachen Satz möglich, Menschen dazu zu bringen, ihre Ängste und ihren Hass zu hinterfragen. »

Dass Mo Asumang mit ihrer offenen und positiven Art bei diesem ernsten Thema ihre Zuhörer erreicht, zeigt der lang anhaltende Applaus der jugendlichen Zuhörer am Ende. Ihre Auseinsandersetzung mit dem Hass der Rassisten ist vor allem ein Plädoyer für Lebensfreude, Vielfalt und Toleranz. Denn « wer seinen ganzen Lebenssinn daraus zieht, gegen etwas zu sein, den macht derr Hass krank. » Diese Botschaft kam bei den Jugendlichen des Friedrich-Spee-Gymnasiums gut an, wie der Kommentar von Walid aus der 8a zeigt : « Mo Asumang ist echt eine mutige Frau. Ich finde es super, wie positiv sie auftritt und nicht mit Hass auf den Hass der Nazis reagiert. » Und Franziska und Marie wünschen sich : « Den Film sollten wirklich möglichst viele Menschen sehen. Es wäre toll, wenn wir ihn auch noch einmal am FSG zeigen und dafür Mo Asumang an unsere Schule holen könnten. »

 

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