Internationale Kommunikation ist alles!

Lehrer des FSG nehmen an europäischem Erasmus+ Lehrertreffen in Polen teil

Europäische Schulprojekte aus dem Programm Erasmus+ sind begehrt und die Kommunikation zwischen den Partnern aus verschiedenen Nationen spielt dabei die zentrale Rolle. Das merkten Dr. Ottmar Goy, Marina Menke und Christian Neuhaus vom Friedrich-Spee-Gymnasium, als sie auf dem Weg zum ersten Treffen des neuen Projektes am Warschauer Flughafen landeten: Sie wurden von polnischen Lehrern herzlich empfangen, ihr Gepäck im Auto einer Lehrerin verstaut und zu einem Hotel chauffiert – im Gespräch während der Autofahrt stellte sich allerdings heraus, dass es sich um ein ganz anderes Hotel, eine andere Schule und ein anderes Erasmus+ Projekt handelte.

So ging es zurück zum Flughafen, wo bereits die « richtigen » deutschen Lehrer einer Schule aus dem Rheinland warteten. Unter viel Gelächter wurden die Partner getauscht und für die Rüthener ging es zum vereinbarten Treffpunkt ihres Projektes mit dem Titel « Welcome to Europe !?», das sich mit der Situation von Geflüchteten in den beteiligten Ländern und der europäischen Flüchtlingspolitik beschäftigt. Im Zentrum von Warschau begegneten die Rüthener Lehrer erstmals persönlich den Lehrern ihrer Projekt-Partnerschulen aus Polen, Italien, Frankreich und der Türkei. Die vielen Gespräche und die gute Stimmung bei dieser ersten Begegnung zeigten bereits: Die Chemie zwischen den Partnern stimmt.

Nach einer kurzen Besichtigung der polnischen Hauptstadt fuhr die Gruppe mit dem Bus ins rund 160 Kilometer entfernte Poniatowa. Hier im Südosten Polens unweit von Lublin hatten sich die für das Projekt an ihren Schulen jeweils verantwortlichen Lehrer verabredet, um die Zusammenarbeit am Erasmus+ Projekt in den nächsten beiden Jahren vorzubereiten. Das FSG hatte als koordinierende Schule die inhaltliche Konzeption und die aufwendige Antragsstellung geleistet. Daher stellte Marina Menke den Kollegen zunächst das Konzept und den geplanten Ablauf des Projektes vor. In weiteren Workshops galt es, konkrete Absprachen zu den drei Schülerbegegnungen innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre zu treffen, denn auf die Organisatoren dieser Begegnungen kommt viel Arbeit zu. Gerade aber diese Treffen sind es, für die sich alle am Projekt beteiligten Lehrer mit viel Engagement einsetzen. Deborah Altomare vom Liceo «Tommaso Fiore» aus Terlizzi (Italien) beschreibt die Vorfreude ihrer Schüler: «Sie brennen darauf, die Jugendlichen aus anderen Ländern kennenzulernen. Sie haben sogar in Eigenregie einen kleinen Film gedreht, um ihren Partnern sich und unsere Schule vorzustellen.»
In der Zespol Szkol in Poniatowa stellten die Lehrer aus Frankreich, Italien, Deutschland und der Türkei den interessierten polnischen Schülern ihre Herkunftsländer, Städte und Schulen vor und weckten großes Interesse am Projekt – und den Begegnungen.

Spannend wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Situation von Flüchtlingen in den fünf beteiligten Ländern auf jeden Fall. Die Unterhaltungen machten klar, dass in vielerlei Hinsicht große Unterschiede bestehen. Bedingt durch die jeweilige geographische Lage und die nationale Geschichte unterscheiden sich Anzahl und Herkunft der Geflüchteten und besonders auch die Politik der Länder und die Haltung der Bevölkerung zum Thema Flüchtlingspolitik. Im Projekt geht es aber auf keinen Fall darum, einfach nationale Standpunkte und die verhärteten Fronten der großen Politik zu wiederholen. Im Gegenteil: In der Zusammenarbeit soll es zunächst um die Flüchtlinge gehen, um zu verstehen, warum Menschen ihre Heimat – zumeist unfreiwillig – verlassen. Wie ihre konkreten Lebensumstände in den Aufnahmeländern sind und wie ihnen dort geholfen wird, ist Teil der zweiten Etappe. Erst am Ende des Projektes wird es um die «große Politik» gehen. In einem Planspiel werden die Jugendlichen eine «Europäische Flüchtlingskonferenz» vorbereiten und durchführen – und dabei bewusst die Rolle eines anderen Landes übernehmen.
Andrew Thatcher aus dem französischen Brioude und Christian Neuhaus vom Rüthener Gymnasium sind sich einig: «Die Idee von Europa ist viel mehr als die Streitereien der Politiker. Was Hollande, Merkel, Szydlo, Renzi und Erdogan nicht hinkriegen, ist für uns kein Problem : Wir sind neugierig auf die Anderen, reden miteinander als Freunde - und natürlich feiern wir auch miteinander. » Und das galt auch für dieses Lehrertreffen: Nach den langen Arbeitstreffen und bei der Besichtigung der schönen Umgebung von Poniatowa, die Gastgeberin Basia Kramek perfekt organisiert hatte, ergaben sich viele Gespräche zu ernsten und lustigen Themen. Dr. Ottmar Goy ist überzeugt: « Das Erasmus+ Projekt bietet unseren Schülern etwas Außergewöhnliches. Aber auch für uns Lehrer sind Begegnungen mit Kollegen aus anderen Ländern von großer Bedeutung, da wir Einblicke in andere Bildungssysteme erhalten und oft neue Ideen und Anregungen mit nach Hause bringen.»

Nach dem Abschied von den polnischen Familien, die die Gäste herzlich und mit großer Gastfreundschaft aufgenommen hatten, trennten sich die Wege der Lehrer am Warschauer Flughafen. «See you soon!» hieß es dort, denn das erste richtige Treffen mit jeweils fünf bis acht Schülern und zwei Lehrern von jeder Schule findet bereits im März in Istanbul statt. Und bis dahin haben die Erasmus+ Gruppen einige Hausaufgaben zu erledigen: In einer Ausstellung werden sie dort ihre Arbeitsergebnisse zu Zahl, Herkunft und Motiven der Flüchtlinge in ihren Ländern vorstellen und vergleichen.

Feierlicher Abschied: Das internationale Erasmus+ Team mit Bürgermeister, Schulleiterinnen und Lehrern aus Poniatowa.

 

Süßer Empfang: Die Schüler der Zespol Szkol hatten für die Gäste in den Landesfarben gebacken.

 

 Herzliche Begrüßung an der Schule in Poniatowa: Die Lehrer aus Italien, der Türkei, Frankreich und Deutschland mit ihren polnischen Gastgeber.

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