„Welcome to Europe!?“

Friedrich-Spee-Gymnasium freut sich auf europäisches Bildungsprojekt zum Thema Migration

Die europäische Zusammenarbeit steckt zur Zeit in der Krise – am Rüthener Friedrich- Spee-Gymnasium funktioniert die Kooperation mit Partnern aus ganz Europa aber prächtig: Zum mittlerweile fünften Mal arbeitet die Schule nun in einem europäischen Schulprojekt mit.

 

Im Kursraum hängen bereits die Fahnen Polens, Frankreichs, der Türkei und Italiens neben der deutschen Flagge. Am Gruppentisch davor überlegen die Jugendlichen der ERASMUS+ AG aus den Jahrgangsstufen 9, EF und Q1, was sie dazu bringen könnte, ihre Heimat zu verlassen und in ein anderes Land zu ziehen. Im ERASMUS+ Projekt beschäftigen sie sich in den nächsten beiden Jahren mit der europäischen Flüchtlingspolitik. Dabei stehen sie via Internet in engem Kontakt mit ihren Partnerschulen in Istanbul (Türkei), Poniatowa (Polen), Terlizzi (Italien) und Brioude (Frankreich), mit denen Arbeitsergebnisse ausgetauscht und verglichen werden. Höhepunkte des Projektes, das über 24 Monate geht, sind drei internationale Begegnungen: Mit finanzieller Unterstützung der EU aus dem Erasmus-Programm werden dann Vertreter aus allen Schulen sich im nächsten Frühjahr in Rüthen, im Herbst 2017 in Terlizzi und im Frühjahr 2018 in Istanbul treffen.

Interesse für das aktuelle Thema und Vorfreude auf Begegnungen mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern herrschen bei den Teilnehmern der Erasmus+AG

 

Die Teilnehmer spiegeln eine bunte Mischung mit sehr unterschiedichen Rollen und Haltungen zu dem Thema wider. Marina Menke weiß um die Brisanz des Themas: „Natürlich sind die Stimmungen und politischen Einstellungen in den beteiligten Ländern sehr unterschiedlich. Uns geht es aber nicht darum, diese bekannten Kontroversen auszutragen und uns zu streiten. Wir möchten uns sachlich mit den Ursachen der Flucht beschäftigen und gemeinsam überlegen, wie wir als Europäer darauf reagieren können.“ Nationale Positionen sollen zudem hinterfragt und gegenseitiges Verständnis gefördert werden, indem die Teilnehmer in Rollenspielen nicht die eigene Heimat repräsentieren, sondern die Rolle eines anderen Landes übernehmen. Auch wenn die Jugendlichen und die sie betreuenden Lehrer sich mit einem brisanten Thema beschäftigen, stehen Kommunikation und Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Bei all der Arbeit sollen das Kennenlernen und die Unterhaltung nicht zu kurz kommen „Ich freue mich sehr auf die Begegnungen. Ich finde das Thema sehr wichtig, aber natürlich wollen wir auch gemeinsam Spaß haben,“ meint etwa Lara Kayed aus der 9. Klasse. Besonders die Lust an Begegnung und Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus anderen Ländern ist es, die die 18 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren zur Teilnahme an der wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaft bewegt hat.

Das Erasmus-Team des FSG zeigt Flagge: Partnerschulen aus Polen, Italien, Frankreichund der Türkei arbeiten gemeinsam mit den Rüthener Gymnasiasten

 

Bis zur Bewilligung des Projektes, das mit vollständigem Titel „Welcome to Europe!? Biographien und Lebensumstände von Flüchtlingen im Kontext der Flüchtlingspolitik der beteiligten Länder und der Europäischen Union“ heißt, durch die EU war es ein langer und arbeitsintensiver Weg: Als koordinierende Schule lag die gesamte Verantwortung für die Beantragung beim FSG. Katharina Stratmann (die leider mittlerweile die Schule verlassen hat), Marina Menke, Christian Neuhaus und Dr. Ottmar Goy als betreuende Lehrer mussten sich durch eine Flut von Formularen arbeiten und die Projektidee und ihre geplante Umsetzung bis ins Detail darlegen. Da nur eine begrenzte Anzahl an Projekten jährlich genehmigt wird, sind die Koordinatoren besonders stolz, dass die Schule kurz vor den Sommerferien die frohe Kunde erhielt, dass ihr Projekt zugelassen wurde und in den Genuss der EU-Förderung aus dem Erasmus-Programm kommt.

Dr. Ottmar Goy, stellvertretender Schulleiter des FSG, hat bereits die früheren Comenius-Projekte begleitet: „Diese internationalen Projekte sind das Beste, was eine Schule ihren Schülerinnen und Schülern bieten kann.Wir haben viele tolle Erfahrungen mit den Comenius-Projekten gemacht. Schüler wie Lehrer haben von dieser Zusammenarbeit enorm profitiert, denn man setzt sich nicht nur mit einem aktuellen Thema auseinander, sondern erwirbt interkulturelle Kompetenzen. Die Zusammenarbeit und die Begegnungen eröffnen Einblicke in den Alltag und in die schulische Arbeit unserer Partner, die für alle bereichernd sind.“ Und in der gemeinsamen Arbeit wenden die Jugendlichen ganz selbstverständlich ihre in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse und methodischen Kompetenzen an.

Die Lehrerinnen und Lehrer werden sich im November zu einem ersten Arbeitstreffen in Polen begegnen, um die weitere Arbeit zu planen und die nächsten Schritte abzusprechen. Währenddessen freuen sich die FSG-Schülerinnen und Schüler schon auf die erste persönliche Begegnung mit ihren Altersgenossen aus der Türkei, Polen, Frankreich und Italien, wenn es im Frühjahr 2017- anders als im Projekttitel ohne Fragezeichen - „Welcome to Germany!“ heißt.

Homepage-Archiv

Das Friedrich-Spee-Gymnasium ist seit 1997 im Internet präsent. Hier finden Sie die früheren Versionen unserer Homepage. Sie erhalten einen Eindruck davon, wie Internetseiten in der Vergangenheit gestaltet wurden, als die Übertragungsgeschwindigkeiten im Netz noch nicht so komfortabel waren wie heute. Die Ehemaligen werden sich erinnern...

Archiv

Im Archiv finden Sie alle Beiträge, die mit dem aktuellen Redaktionssystem erstellt wurden. Es reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Viel Spaß beim Durchstöbern und Erinnern...