Westfalenpost vom 16.06.2016 / Tanja Frohne

Junge Biologen tauchen in die Natur ein

Biologie-LK verlegt Unterricht ins Bibertal

Rutschig ist der Uferbereich des Biberbaches. Vorsicht ist dort ebenso angeraten wie im Wasser selbst. Trotzdem machen die vier Mädchen des Biologie-Leistungskurses schon nach wenigen Augenblicken reiche Beute: Neben Kleinstlebewesen haben sie auch zwei Kaulquappen in ihrem Behälter. „Die müsst ihr aber wieder vorsichtig frei lassen, das sind Wirbeltiere“, macht Umweltpädagogin Regina von Oldenburg deutlich. Und die spielen keine Rolle, wenn es um die Untersuchung der Gewässergüte der Biber geht.


Um die aber geht es beim Praxis-Projekt der beiden Biologie-LKs des Friedrich-Spee-Gymnasiums. „Wir wollen die Gewässergüte untersuchen und bestätigen“, erläutert Heike Warnecke-Tillmann, Lehrerin am FSG, die den Forscherbus Lumbricus ins Bibertal bestellt hat. Schon mehrfach war dieser in den vergangenen Jahren vor Ort, um jungen Forschern als fahrendes Labor zu dienen.
Wecken möchte sie gleichzeitig das Interesse der Schüler für ein interessantes Berufsfeld. „Wir möchten unseren Schülern klar machen, dass die Forschung attraktive Arbeitsplätze mit vielfältigen Aufgaben bietet.“ Ein großes Anliegen sei es ihr, in das theoretische Abitur in jedem Halbjahr Praxisanteile einzuschieben. „Experimente sind der Kern der Biologie“, betont sie. Und da momentan der Bereich Gewässer-Ökologie behandelt wird, bot es sich an, den Umweltbus zu ordern.

 

Auf drei verschiedene Arten untersuchen die Schüler die Qualität der Biber. Im geographisch-physikalischen Bereich geht es um Fließgeschwindigkeit und das Flussprofil. „Habe ich hier naturnahe Bereiche mit Gleit- und Prallhang?“ ist nur eine Frage, die die jungen Forscher beantworten sollen. Im chemischen Bereich hingegen geht es um die Untersuchung von Sauerstoffgehalt, Leitfähigkeit und pH-Wert des Wassers, während sich die Forscher des Bereichs Biologie mit Leitorganismen beschäftigen. Dort gilt es beispielsweise Egel und Eintagsfliegenlarven zu bestimmen. „Es ist für einen Leistungskurs interessant, sich näher mit den Organismen zu beschäftigen“, betont Heike Warnecke-Tillmann.

Wie diese zu finden sind, hat Regina von Oldenburg den Schülern im Vorfeld erklärt. Danach gehören Schlamm, Pflanzen und die Unterseiten von Steinen zu den bevorzugten Lebensräumen. „Nehmt alles von den Steinen ab, was nicht zum Stein gehört“, rät sie den Gymnasiasten. „Auch hinter dem kleinsten Ästchen könnte sich noch ein Tier verbergen.“ Sie appelliert außerdem an die Schüler, die Natur möglichst unberührt zu lassen: „Legt jeden Stein wieder hin, wie ihr ihn gefunden habt. Für die Tiere ist jede Störung wie ein Erdbeben.“

Komprimierter Unterricht

Dass die Schüler bei dem Projekt eintauchen können in die Natur – und das Gewässer – macht für die Umweltpädagogin den besonderen Reiz der Forschung mit dem Umweltbus aus. „Die Natur ist der beste Lernort, den man sich vorstellen kann“, erklärt sie. „Das ist hier komprimierter Unterricht, der dazu noch Spaß macht.“
Nach der Auswertung der Proben im Umweltbus gibt es für die Schüler noch eine Abschlussbesprechung im Waldschiff – und heute heißt es dann wieder Theorie im Klassenzimmer pauken.

 

 

 

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