Den Durchblick behalten im Fußnoten-Dschungel

FSG-Schüler arbeiten in der Universitätsbibliothek Paderborn

Ursula von der Leyen hat es nur knapp nicht erwischt. Die frühe Forschungsministerin Schavan zuvor aber schon. Und über die Geschichte von Baron zu Guttenberg wird heute noch kopfschüttelnd gelächelt. Die leidige Sache mit den Zitaten und Fußnoten bringt seit Jahren Politiker ins Schwitzen. Und an das Ende ihrer Karriere, wenn plötzlich die Qualität ihrer Doktorarbeit angezweifelt – und nachgewiesen - wird.

 

Damit ein späteres Studium in diesem Punkt sorglos angegangen werden kann, starteten 60 Schüler des Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasiums mit ihren Lehrern Monika Pickmeier und Marc Eigendorf zur Universität Paderborn, wo sie als Studenten für einen Tag in die Uni-Arbeit hineinschnuppen konnten. Hintergrund war die von nahezu allen Schülern zu schreibende Facharbeit in der Oberstufe: Ein selbst gewähltes und anspruchsvolles Thema soll – wie eine kleine, wissenschaftliche Hausarbeit im späteren Studium – eigenständig verfasst werden.

Die FSG-Schüler lernten in Paderborn, wozu Fußnoten da sind, warum es kein Kavaliersdelikt ist, sich mit den Inhalten fremder Autoren zu schmücken und dass Plagiate mittlerweile dank moderner Software leicht entlarvt werden kann. Damit das nicht passiert, irrten die Elftklässler anfangs etwas unsicher durch die Stockwerke der Universitätsbibliothek, wo über eine Millionen Medien zur Verfügung stehen. Den elektronischen Suchkatalog lernten sie dabei schnell zu bedienen und auch die Beschaffung von Literatur von verborgenen Standorten wurde gemeistert. So konnten angehenden Abiturienten zu ihren Projekten recherchieren und damit schon einmal einen Vorgeschmack auf ein späteres Studium erleben. Mehr Geduld galt es später im Seminarraum, etwa bei Fragen nach dem richtigen Aufbau einer Fußnote und eines Fachliteraturverzeichnisses, zu beweisen. Deutlich handfester ging es glücklicherweise in der Mensa zu. Wie alle anderen Studenten und Lehrerenden galt es, das persönliche Mittagsmenü zusammenzustellen.

Ob der Tag an der Paderborner Universität dafür sorgt, dass ein Großteil der Schüler ein Studium ergreifen wird, kann nur vermutet werden. Die klassischen Erstsemesterprobleme mit den leidigen Fußnoten und Zitaten würden sie jedenfalls nicht mehr haben – und damit auch keine schlaflosen Nächte im Falle einer Karriere als Politiker.

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