Die Westfalenpost vom 07.06.2016 / Eva Frenz

Unterstufenchor legt Glanzleistung hin

"VoiceKids" bringen Coco Superstar auf die Bühne

Coco, der neue Superstar einer Casting-Show, kündigte sich für Freitagabend im Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasium (FSG) an. Der Unterstufenchor „Voice Kids@FSG“ unter der Leitung von Lehrerin Britta Schiller begeisterte nach nur fünf Monaten Probenarbeit mit seinem Musical „Coco Superstar... und unsere Schule steht Kopf“. Die schauspielerische Inszenierung wurde von Lehrer Dr. Andreas Dierkes betreut. So zeigten die 45 jungen Chormitglieder der Jahrgangsstufen fünf bis sieben in 75 Minuten eine sowohl gesanglich wie auch schauspielerische Glanzleistung. Und darum geht es in dem Stück:

Coco ist der neue Stern am Casting-Himmel und plante ein Konzert in der Stadt. Darüber hinaus kündigte Cocos Managerin (Emma Rüther) mit einem wunderbar überzeugenden amerikanischen Akzent an, dass der größte Coco-Fan einen Backstage-Pass für das Konzert gewinnt, um den Superstar live hinter der Bühne treffen zu können. Das Gekreische und die Vorfreude begannen, natürlich wollte jeder Schüler die Karte für sich gewinnen. Doch Spannungen unter den Schülern waren vorprogrammiert, denn wer würde das große Ticket wohl gewinnen?

Die Direktorin der Schule, überzeugend streng gespielt von Marie-Thérèse Sinai, war der Meinung, dass der Schüler mit den besten Noten die Schule als Repräsentant vertreten darf. Doch schnell hinterfragten die Schüler diese Entscheidung und viele Fragen traten auf: Wer darf über mich entscheiden? Sagt mein Zeugnis, wer ich bin? Ich bin kein Überflieger, heißt das, dass ich kein Talent habe?

Perfekte Beiträge

Der Lehrer (Raphael Clasen) versuchte, den Streit zu schlichten und schlug vor, dass die Schule selbst ein eigenes kleines Casting für den Backstage-Pass veranstalten könne. So taten sich die Schüler schnell zu Interessensgruppen zusammen und bereiteten eigene kleine „perfekte“ Beiträge vor, um das begehrte Ticket vielleicht doch für sich gewinnen zu können.

Die Gruppe der Naturwissenschaftler brüstete sich damit, dass sie alles wissen und verstehen wollen und zeigten in einem Rap ihre breite gesangliche Ausdrucksfähigkeit auf. Mit diverser Dekoration und Requisiten der naturwissenschaftlichen Fachschaften des FSGs stellten sie sich den Zuschauern als richtige Naturwissenschaftler dar. Doch die „Sprachgenies“ standen den Naturwissenschaftlern gesanglich in nichts nach, sie präsentierten sich in einem mehrstimmigen Lied mit einer zu ihnen treffenden Kernaussage: „Wenn du sie verstehen kannst, erst dann gehört die Welt dir.“ Durch Flaggen und Kleidung in Nationalfarben präsentierten sie sich als bunte, unterhaltsame Gruppe.

Auch die Sportler hatten einiges zu bieten: Die Zuschauer befanden sich plötzlich in einer kleinen Akrobatik-Show mit Rad und Pyramiden und die Sportler betonten in ihrem Lied „Eins, zwei, drei“ die Wichtigkeit des Mannschaftsgedanken. Als letzte Interessensgruppe durften die Künstler natürlich nicht fehlen. Viele Solisten stellten heraus, dass sie das Leben mit Phantasie sehen und mich wachen Seelen träumen würden. Auch warfen sie eine wichtige Frage in den Raum: Was wird aus den Ideen und Träumen, wenn man erwachsen ist? Selbst die Schulleiterin kam deswegen bei ihrem wunderbar ausdrucksstarken Solostück „Mein Traum, wann habe ich ihn bloß verloren?“ ins Grübeln.

Verschiedene Interessen

Die Spannung zwischen den Schülern lud sich mehr und mehr auf. Doch drei Einzelgänger führten die Gruppen wieder zusammen. Denn Schule macht mehr aus als nur Sport- oder Kunsttalente, gerade die verschiedenen Interessen lassen sie nicht eintönig wirken. Nur der ständig mürrisch dreinblickende und in den falschen Momenten auftauchende Hausmeister Stumpf, grandios und überzeugend gespielt von Fritz Köhne-Volland, störte die Präsentation der Schüler. Doch mit einer großen Überraschung schaffte er es, die Schüler zum Schluss u vereinen, so dass das Musical in einer großen Party endete.

Die „Voice Kids@FSG“ erhielten tosenden Applaus für eine gelungene Aufführung. Schiller fand für ihre Schützlinge einen treffenden Ausdruck: „Ihr seid einfach granaten-spitze.“ Denn im Musical zeigten sie wunderbar den Sinneswandel der Schüler auf. Nach der anfänglichen Identifikation mit dem Superstar Coco seien sich die Schüler ihrer Individualität und Besonderheit allmählich immer bewusster geworden. Es gehe um die Suche nach verlorenen Träumen, dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Gerade die für die Schüler wichtige Suche nach dem eigenen Weg wird in einem Lied in den Mittelpunkt gerückt: „Denn das Glück kommt zu dem, der selbst auf die Suche geht.“

Alle Fotos: Stephan Wiedemann / FSG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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