Bild1 200 Erasmus+ Treffen in Italien:

Europäische Zusammenarbeit in einem Land voll von Sonne, Meer, verrücktem Verkehr, wunderschönen Städten, gastfreundlichen Menschen - und natürlich Pizza!

Vom 18. - 25.09.2017 nahmen wir, elf Schüler und Schülerinnen des FSG Rüthen, zusammen mit den beiden Erasmus-Lehrern Marina Menke und Christian Neuhaus, am zweiten Erasmus+ Treffen unseres Projektes „Welcome to Europe!?“ teil. In Terlizzi in Apulien trafen wir unsere Freunde aus den Partnerschulen in Frankreich, Polen, Italien und der Türkei wieder, mit denen wir nicht nur zusammen arbeiteten, sondern auch viel Spaß hatten und dabei eine vollkommen andere Kultur kennenlernen konnten:

Nachdem wir das kalte Deutschland mit dem Flugzeug verlassen hatten, wurden wir in Terlizzi herzlich von unseren Gastfamilien empfangen und warmherzig in den Familienalltag integriert. Schon bei der ersten Fahrt vom Bahnhof zu unserer Heimat für die nächste Woche bemerkten wir die ersten kulturellen Unterschiede. Verkehrsregeln?! Völlig überbewertet! STOP-Schilder und Geschwindigkeitsbegrenzungen dienen nur als Straßendekoration, die Anschnallgurte wurden völlig selbstverständlich außer Acht gelassen- dafür wurde die Hupe umso mehr gebraucht.
In den Familien angekommen, konnten wir uns direkt von den italienischen Kochkünsten und ihrer Geselligkeit und Offenheit überzeugen. Uns wurden Familie und Freunde vorgestellt, wir wurden mit Fragen über Deutschland und unsere Kultur bombardiert und wir standen im Mittelpunkt einer laut italienischsprechenden Gemeinschaft. Verständigen konnten wir uns nur durch unsere italienischen Austauschschüler, die die Übersetzung übernahmen, denn die englische Sprache zu beherrschen ist hier keine Selbstverständlichkeit.

In der Woche vor Ort arbeiteten wir auf verschiedenen Ebenen an unserem Projekt zu den Lebensbedingungen von Flüchtlingen in unseren Ländern. Zunächst stellten wir unsere schon in Rüthen präsentierten Plakate den Schülerinnen und Schülern des Liceo Tommaso Fiore, unserer Gastgeberschule, vor. Wir begegneten einem jungen afrikanischen Flüchtling, der uns seine bewegende Geschichte erzählte. Beim Besuch eines Kulturzentrums in Terlizzi konnten wir die Lebensbedingungen der zahlreichen afrikanischen Flüchtlinge in Süditalien in einer eindrucksvollen Fotoausstellung kennenlernen. Offizielles Highlight war eine Konferenz mit zahlreichen Besuchern, an der als Ehrengast der päpstliche Gesandte Monsignore Girasole teilnahm, der über Migration, Menschenrechte und Nachhaltigkeit referierte.

Unser persönliches Highlight war allerdings die Präsentation der von allen Schulen produzierten Filme zum Leben von geflüchteten Menschen in den fünf Partnerländern. Bei Begegnungen mit Geflüchteten und in der Integrationsarbeit engagierten Menschen hatten wir eine große Menge Filmmaterial produziert, das von Anima und Sina in den Sommerferien (!) zu einem 15-minütigen Film geschnitten und mit Kommentar und Untertiteln versehen wurde. Beim Vergleich der Filmbeiträge wurde deutlich, wie unterschiedlich sich die Situation in den Ländern gestaltet, aber auch wie verschieden die Selbstwahrnehmung im Kontext der Suche nach einer europäischen Lösung der Verteilung und Integration der geflüchteten Menschen ausfiel. Das wird uns sicher bei unserem nächsten Projekttreffen beschäftigen, denn da werden wir ja eine „Europäische Flüchtlingskonferenz“ als Planspiel durchführen. Das kann spannend werden!
Insgesamt verlief unsere gemeinsame Arbeit am Projekt aber sehr entspannt und gemütlich - also typisch italienisch.

Unsere Gastgeber zeigten uns mit großem Stolz ihre wunderschöne Heimat. Wir besichtigten verschiedene Städte und entdeckten dabei in Alberobello seltsame Häuser, die „Trulli“ genannt werden, und sahen in Matera eine ganze Stadt, die man in den Felsen gegraben hatte. In den Küstenstädten Trani, Giovanazzo und Polignano sahen wir das blaue Mittelmeer – das einige von uns zu einem spontanen Baden animierte. Unser Fazit zu Apulien: Unbeschreiblich schön!

Die Abende unseres Aufenthalts waren geprägt von interkulturellen Partys, bei denen Tänze aus der ganzen Welt getanzt und typische italienische Spezialitäten, wie zum Beispiel Panzerotti oder Pizza, gegessen wurden. Am letzten Abend hatten unsere italienischen Gastgeber eine große Abschiedsfeier organisiert, bei der wir noch einmal gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern und unseren Gastfamilien aßen, sangen und tanzten... und uns am Ende weinend in den Armen lagen, denn in dieser sehr intensiven gemeinsamen Zeit haben wir viele kulturübergreifende Freundschaften geschlossen. Diese Freundschaften werden wir weiter pflegen und deshalb sagen wir nicht „Addio“ („Leb wohl!“), sondern „A presto“ („Bis bald!“).

Denn das nächste Treffen steht schon im Kalender: Zu unserem letzten Projekttreffen werden alle Gruppen im März 2018 nach Brüssel reisen. In der europäischen Hauptstadt werden wir nicht nur Europaabgeordnete treffen und eine „Europäische Flüchtlingskonferenz“ abhalten, sondern wir werden sicher auch wieder gemeinsam singen, tanzen und viel Spaß mit unseren Freunden aus Polen, Frankreich, Italien und der Türkei haben.

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