Die Landesregierung von NRW hat beschlossen, eine flachendeckende Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren umzusetzen. Da bereits die Schülerinnen und Schüler, die derzeit (= Oktober 2017) die vierte Klasse der Grundschule besuchen, von dieser Umstellung betroffen sein werden, erreichen uns regelmäßig Fragen von Eltern zu diesem Thema.

An dieser Stelle werden wir laufend aktualisiert über den Entwicklungsstand des "Projekts G9" sowie die pädagogischen und organisatorische Umsetzung am FSG berichten.

 

UPDATE 14. November 2017

Das Schulministerium hat erste Eckpunkte des G9-Entwurfes veröffentlicht.

Wie viel Unterricht haben die angehenden Gymnasiasten im neuen G9?

Die Sekundarstufe I umfasst mit der Umstellung auf G9 nicht mehr die Klassen 5 bis 9, sondern auch noch die Klasse 10. Sie dauert damit sechs Jahre. In diesen sechs Jahren sollen 188 Wochenstunden unterrichtet werden, acht davon müssen nicht für alle Schüler verbindlich sein. Heißt konkret: Rein rechnerisch ergeben sich pro Schuljahr damit ca. 31 Wochenstunden.

Was bedeutet das für die Menge an Nachmittagsunterricht generell?

Das kann nicht für alle Schulen pauschal beantwortet werden, denn jede Schule entscheidet selbst, wie sie die Gesamtstundenzahl von 188 Stunden auf die Schuljahre aufteilt. Grundsätzlich soll ein Halbtagsbetrieb möglich sein.

Und am FSG?

Am FSG hat es Tradition, dass die jüngeren Schüler (insbesondere der Erprobungsstufen 5 und 6) keinen Nachmittagsunterricht besuchen. Dabei soll es bleiben Perspektivisch könnten Spielräume auch für ältere Klassen genutzt werden. Details werden in den kommenden Wochen in die Konzeptarbeit am FSG einbezogen.

Was ist mit dem mittleren Schulabschluss?

Bisher war die Frage der Vergabe des "mittleren Abschlusses" (auch "Realschulabschluss" oder "Fachoberschulreife" genannt) im G8-Bildungsgang ein Problem: Denn nach dem Ende der Sekundarstufe I in der Klasse 9 hatten die Schüler noch keinen derartigen Abschluss erworben. Diesen bekamen sie erst am Ende des ersten Jahres in der Oberstufe.

Im G9-Bildungsgang ändert sich das: Die neuen G9-Schüler erwerben am Ende der zehnten Klasse den "mittleren Schulabschluss", nachdem sie an den zentralen Prüfungen teilgenommen haben.

Startet die zweite Fremdsprache in Klasse 6 oder 7?

Unglücklicherweise schweigt das Schulministerium zu diesem Detail (noch). Die Frage nach dem Startzeitpunkt (Klasse 6 oder 7) ist noch nicht geklärt. Viele Verbände, Eltern und Lehrer wünschen sich ausdrücklich eine Rückkehr zum Start in Klasse 7.

Wie sieht es mit neuen Lehrplänen aus?

Der Startschuss für die Arbeit der Kommissionen, die neue Lehrpläne erarbeiten, fällt Anfang des Jahres 2018. Zum 1. August 2019 - dem Start von G9 - soll alles fertig sein. Dies ist auch vor dem Hintergrund der Anschaffung neuer Schulbücher sinnvoll.

Gibt es Änderungen an der Stundentafel (und was ist das überhaupt)?

Für alle Schulen sind durch die so genannten Stundentafeln die einzelnen Fächer sowie die Stundenzahl für die verschiedenen Klassen festgelegt. Auf dieser Grundlage erstellt die Schule den Stundenplan. Durch die Erweiterung der Schulzeit auf neun Jahre wird auch mehr unterrichtet. Dieser Zusatz an Unterricht soll laut Ministerium "der Stärkung der ökonomischen Kompetenzen, der MINT-Bildung, der Ersten Fremdsprache sowie des Faches Deutsch dienen."

Und sonst?

Das Ministerium weist explizit auf den Plan hin, die Digitalisierung zu einem wesentlichen Thema im neuen G9 zu machen. Dabei sollen in die neuen Lehrpläne aller Fächer Elemente digitaler Bildung einfließen.

Außerdem soll das Profil des Faches "Politik" erweitert werden: In diesem Unterricht soll es verstärkt um die Wirtschaftsordnung Deutschlands sowie Themen aus dem Feld der Verbraucherbildung gehen. Das Ministerium geht davon aus, dass das Fach damit aufgewertet wird.

Wie geht es weiter?

Das Schulministerium hat angekündigt, in Kürze ein "schulfachliches Eckpunktepapier" zu veröffentlichen, in dem Details zu Lehrplänen und Stundentafeln behandelt werden.

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Wann kommt G9 in NRW?

Die neue Landesregierung aus CDU und FDP hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass ab dem Start ins Schuljahr 2019/2020 - also ab August 2019 – die Umstellung auf G9 erfolgen wird.

Welche Kinder werden die ersten G9er sein?

Alle Kinder, die im Sommer 2019 auf das Gymnasium wechseln, starten ihre Schullaufbahn zu den Bedingungen des ab dann geltenden G9-Bildungsgangs. Die Schulministerin hat jedoch zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 kundgetan, dass auch die Kinder, die im Sommer 2018 an das Gymnasium wechseln, das Abitur in neun Jahren machen werden. Heißt übersetzt: Neu-Gymnasiasten starten im Sommer 2018 formal noch unter G8-Bedingungen. Zeitgleich mit ihrer Versetzung in die Klasse 6 im Sommer 2019 greifen für diese Kinder dann auch die neuen G9-Regelungen. Dies ist relativ problemlos möglich, da in der fünften Klasse noch keine weiteren Fremdsprachen oder Wahlpflichtfächer belegt werden müssen. Die Kinder werden durch diesen Wechsel von G8 nach G9 keine Nachteile haben.

Könnten noch weitere Jahrgänge folgen, die in die G9-Umstellung einbezogen werden?

Das ist unwahrscheinlich. Zwar gibt es Versuche einer Elterninitiative, die Einbeziehung weiterer Jahrgänge zu erreichen. Dass das Schulministerium darauf eingeht, ist nach derzeitigem Kenntnisstand aber nicht zu erwarten.

Warum dauert die Einführung über zwei Jahre?

Die Einführung des G8-Bildungsgangs 2005 verlief nicht völlig reibungslos. Mehrfach musste daher in den vergangenen Jahren nachgebessert werden (Stichwort „Runder Tisch“). Nicht zuletzt durch diesen Start hatte G8 von Beginn an einen schweren Stand.

Genau deshalb nimmt sich die neue Landesregierung für die Rückkehr zu G9 die notwendige Zeit. Sie möchte Lehrern, Eltern und Schülern ausreichend Zeit für eine gelungene Umsetzung lassen.

Bekommt NRW das bis 2005 praktizierte G9-Modell zurück?

Sicher nicht. Trotz aller Kritik an G8 hat sich seit dessen Einführung eine Menge getan: Instrumente der individuellen Förderung, Vertiefungskurse, Projektkurse, Neigungsfächer u.v.m. wurden im Schulgesetz, den Lehrplänen und den Stundentafeln verankert. Dieses Rad wird sicher nicht gänzlich zurückgedreht. Auch gilt weiterhin, dass die Kultusministerkonferenz („KMK“) für alle Bundesländer verbindlich festlegt, wie viele Unterrichtsstunden ein Schüler absolviert haben muss, um das Abitur machen zu können. An dieser Stundenmenge wird sich sicher nichts ändern. Sie kann nun jedoch auf neun statt acht Jahre verteilt werden.

Wird es G9 als Halb- oder als Ganztag geben?

Die Landesregierung geht derzeit davon aus, dass es beide Angebote geben wird. Grundsätzlich soll G9 aber als Halbtagsschule geführt werden können.

Kann eine Schule G8 und G9 anbieten?

Nein. Wenn eine Schule nichts weiter unternimmt, stellt sie automatisch zum Sommer 2019 auf G9 um. Schulen, deren Schulkonferenz es beschließt, können, im Konsens mit dem Schulträger, weiterhin das G8-Modell anbieten – allerdings dann ausschließlich als G8-Schule!

Wird das FSG G8- oder G9-Schule?

Weder das FSG noch die Stadt Rüthen streben an, dass die Schule beim G8-Modell verbleibt. Mit dem Start des Schuljahres 2019 würden wir somit ins G9-Modell wechseln.

Was ändert sich am FSG mit dieser Reform?

Das FSG hat bereits vor den Sommerferien 2017 begonnen, sich mit dem G9-Prozess zu beschäftigen. Die Ankündigung, bereits die kommenden Fünftklässler ins G9 einzubeziehen, bedeutet einen Zeitdruck für alle Schulen, die mit der Umstellung auf G9 auch pädagogische und organisatorische Veränderungen durchführen möchten und nicht bloß von G8 auf G9 „umetikettieren“.

Auch unsere Schule arbeitet auf vielen Ebenen und unter Einbeziehung von Lehrern, Eltern und Schülern an einem Modell, das jedem Kind gerecht wird, indem Schüler in Absprache mit ihren Eltern die Möglichkeit eingeräumt werden soll, den neunjährigen Bildungsgang zum Abitur auch in acht Jahren zu absolvieren. Erste Informationen sind unter dem folgenden Link zu finden: http://www.fsg-ruethen.de/fsg/index.php/9-lernen/unterricht/940-g8-oder-g9

Wird die zweite Fremdsprache weiterhin ab der Klasse 6 erlernt?

Gute Frage. Die Landesregierung hat bislang nur äußerst spärliche Verlautbarungen zu G9 verbreitet. Offensichtlich wird aber – nicht nur an dieser Frage – hinter verschlossenen Türen auf Hochtouren gearbeitet.

Wann informiert die Landesregierung über ihre G9-Pläne?

Wieder eine gute Frage. Inhaltliche Details über den G9-Bildungsgang liegen noch nicht vor. Klar ist mittlerweile nur, dass im November 2017 ein Gesetzentwurf präsentiert werden soll. Bis Weihnachten sollen die betroffenen Verbände Stellung zu diesem Erstentwurf beziehen. Das Gesetzgebungsverfahren im Landtag soll im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Neben dem Schulgesetz müssen auch die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen überarbeitet werden.

Woher bekomme ich weitere Informationen zu G9 in NRW?

Über unsere Schulhomepage! Wir werden diese Rubrik laufend aktualisieren.

Sobald genauere Informationen oder gar ein erster G9-Entwurf vorliegen, wird auch das NRW- Schulministerium auf seiner Homepage www.schulministerium.nrw.de Details veröffentlichen.

 

Stand: 14. November 2017

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