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G9? - G8? – G98!

Zurück in die Zukunft: FSG stellt die Weichen auf G9 – und lässt Eltern samt Schülern die Wahl

Ein Zeichen wollte der Schul- und Sozialausschuss setzen – und tauschte den Tagungsraum des Rüthener Rathauses gegen einen Raum im Neubau des Friedrich-Spee-Gymnasiums. Unter dem Vorsitz von Jürgen Augustinowitz tagte der Ausschuss im Beisein von Bürgermeister Peter Weiken sowie dem Beigeordneten Hubert Betten ganz bewusst am Ort des Geschehens: Denn seit die neue Landesregierung ihre „Leitentscheidung“ für eine flächendeckende Rückkehr zu G9 bekanntgegeben hat, wird landauf landab darüber gerätselt, wie ein neuer G9-Bildungsgang denn nun aussehen wird. Aus dem Schulministerium verlautbaren nur spärliche Informationen. Noch wird hinter verschlossenen Türen gefeilt.

Im Gegensatz zum Rüthener Gymnasium. In öffentlicher Sitzung umriss FSG-Schulleiter Heinfried Lichte, woran die Schule bereits seit Bekanntwerden der G9-Richtung arbeitet: „Wir stellen das Nachdenken über unsere Schule ja nicht ein, bis die Politik uns mit Vorgaben zum neuen Abiturkonzept versorgt.“ Vielmehr gelte es zu klären, wie das FSG sich auch unter einem neuen G9-Rahmen gezielt weiterentwickeln kann, ohne die Erfahrungen der G8-Jahre über Bord zu werfen. Lichte betonte hierzu: „Unabhängig von der allgemeinen sehr kritischen Stimmung im Land gegenüber G8 haben wir in Rüthen durchaus sehr positive und vorzeigbare Erfolge erzielt. Wir werden klären, wo es Modifizierungsbedarf gibt, gleichzeitig muss aber sicher sein, dass Bewährtes der vergangenen Jahre fortgeführt wird.“

Sowohl dem Schul- und Sozialausschuss als auch – am späteren Abend – der FSG-Schulkonferenz umriss der Schulleiter den „Rüthener Weg“ ins G9 und schlug als Grundlage der weiteren Arbeit in den kommenden Monaten folgende Pflöcke ein.

  • Die Schule wird keine Anstrengungen unternehmen, um die von der Landesregierung eingeräumte Möglichkeit einer Beibehaltung von G8 zu nutzen. Auch von Seiten der Stadt Rüthen gab und gibt es keine derartigen Bestrebungen.
  • G9 tritt mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 in Kraft. Allerdings werden auch die Schüler, die bereits im Sommer 2018 an das Gymnasium wechseln, in neun Jahren das Abitur machen. Betroffen sind damit alle Schüler, die heute (Stand: Herbst 2017) die vierte Klasse der Grundschule besuchen.
  • Das FSG stellt die Frage nach der Schulzeit auf dem Weg zum Abitur anders als an vielen Schulen üblich: Nicht die Frage, ob alle G8 oder G9 absolvieren, sondern wer in acht und wer in neun Jahren das Abitur machen möchte.
  • Das FSG ermöglicht, den eigentlich „neuen“ neunjährigen Bildungsgang in acht Jahren zu absolvieren. Hierzu wird die Schule - nach Vorliegen entsprechender Rahmenbedingungen aus dem Schulministerium – festgelegte Jahrgangsstufen benennen, die ausgelassen werden können. „Mit dem derzeitigen Wissen im Hintergrund bietet sich ein Jahrgang der Mittelstufe sowie das erste Jahr der Oberstufe als Zeitfenster an“, so Schulleiter Heinfried Lichte.
  • Ausgenommen vom Auslassen einer Jahrgangsstufe wird definitiv die Erprobungsstufe. „Die Kinder müssen an ihrer neuen Schule ankommen, sich entwickeln und entfalten können, bevor wir Prognosen über ihre weitere Laufbahn treffen können und wollen.
  • Die Entscheidung, ob ein Kind sein Abitur in acht oder neun Jahren erwirbt treffen die Eltern und ihre Kinder in Absprache mit der Schule. Heinfried Lichte erläutert: „Kein Kind muss sich zu Beginn seiner Laufbahn am FSG für G8 oder G9 festlegen.
  • Der Beschleunigung der Schullaufbahn vorausgehen wird ein intensiver Beratungsprozess interessierter Eltern und Schüler. „Es wird kein wildes Adhoc-Überspringen geben“, so Lichte. „Ein besonderer Wert des FSG ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserer außergewöhnlich engagierten Elternschaft.“ Schule, Eltern und Schüler werden frühzeitig das Gespräch suchen. Die Schule wird die Eltern vor dem Hintergrund der genauen Beobachtung durch die Lehrer eines Schülers, seiner Leistungsentwicklung und verschiedener diagnostischer Maßnahmen mit dem Ziel einer möglichst hohen Transparenz bei der Entscheidung unterstützen.
  • Die Schule wird ein G9-Konzept erarbeiten, das sich nicht nur aus Ideen und Teilaspekten von Arbeitsgruppen speisen wird, sondern auch Eltern und Schüler im Vorfeld einbezieht.
  • Die Schule wird die Schüler, die eine Jahrgangsstufe auslassen, um ihre Schullaufbahn zu beschleunigen, vor und nach dem Auslassen einer Stufe gezielt fördern, um die Kenntnisse und Kompetenzen des ausgelassenen Jahrganges zu vermitteln. Mit einer Verkürzung der Schulzeit wird damit kein Qualitätsverlust einhergehen.
  • Unabhängig von der Schulzeitfrage wird sich das FSG im pädagogischen Bereich insbesondere dem Bereich der Individualisierung von Lernprozessen zuwenden und ein entsprechendes Konzept erarbeiten. „Die G8-G9-Diskussion hat uns noch einmal klar vor Augen geholt, dass Schüler sich äußerst unterschiedlich entwickeln. Die zeitgemäße Antwort muss daher sein, Kinder nach Interessen, Neigungen, aber auch möglichen Defiziten passgenauer zu fördern“, erklärt Lichte die Gedanken des FSG. „Aus dem Kollegium gibt es hierzu bereits sehr ansprechende Initiativen.“

Für seine Ideen erntete Lichte parteiübergreifende Zustimmung und die Auffassung, dass sich das Rüthener Gymnasium zukunftsfest aufstellt.

Einen Blick in Gegenwart und Zukunft warfen dann noch die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses. FSG-Lehrer Henrik Dohmann präsentierte den Anwesenden einen Eindruck über die technische Ausstattung der Schule. „Wir haben in den vergangenen Jahren einige Dinge angestoßen, wie ein flächendeckenden Einsatz von WLAN oder die Anschaffung von Tablets“, erläuterte Dohmann. „Gleichzeitig haben wir die Bereiche der Computerräume sowie die verwendete Software etwas hintenan gestellt.“ Dohmann erläuterte, dass in den kommenden Jahren weiter in das Feld der Digitalisierung von Schule investiert werden müsse, um konkurrenzfähig und dem Stand der Zeit angemessen arbeiten zu können. Und so präsentierte er zehn Wochen vor Weihnachten bereits einen strukturierten und durchkalkulierten „Wunschzettel“ für die kommenden zwei Jahre: Weitere Tablets, Computerraumerneuerung, Softwareaktualisierungen. Zur Freude aller Schulvertreter sprachen sich sowohl viele Ausschussmitglieder als auch Bürgermeister Weiken dafür aus, dem Wunsch des FSG an dieser Stelle zu entsprechen.

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Foto: Frau Schönhense (Tageszeitung "Der Patriot" vom 12.10.2017)

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