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G8/G9 – Passgenau zum Abitur

FSG lässt Eltern und Schülern die Wahl

Schon im Landtagswahlkampf wurde deutlich : Die Tage von G8 an den nordrhein-westfälischen Gymnasien scheinen gezählt. Insbesondere der Druck aus Teilen der Elternschaft gegen den als „Turboabi“ bezeichneten achtjährigen Bildungsgang bis zum Abitur hat zu einem Umdenken in der Politik geführt. 2005 hatten die Parteien noch weitgehend einstimmig diese einschneidende Maßnahme beschlossen. Nun wird nun zurückgerudert. Die neue Landesregierung hat angekündigt, das Abitur nach neun Jahren ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder zum Regelfall zu machen. Schulen, die die Beibehaltung von G8 wünschen, soll dies weiterhin möglich sein.

Die Schulen stehen damit vor kniffligen Fragen: G9 oder G8? Und wie sähe das „neue, alte G9“ aus? Am Rüthener Gymnasium wird seit Wochen intensiv mit Eltern, Schülern und Lehrern diskutiert. Schulleiter Heinfried Lichte ist es dabei wichtig, ein möglichst breites Stimmungsbild zu erheben: „Wir möchten wissen, was die Beteiligten in dieser Frage denken und was sie von unserer Schule erwarten.“ Das ab 2019 auslaufende G8-Abitur sieht Lichte dabei auch positiv: „Die Abiturergebnisse sowie die Versetzungszahlen haben gezeigt, dass das FSG sich mit den G8-Bedingungen nicht nur arrangiert, sondern diese in die pädagogische und fachliche Arbeit erfolgreich integriert hat." Das Team um die Rüthener Schulleitung sucht daher nach der Möglichkeit, die verschiedenen Wünsche der Elternschaft mit Blick auf die Schulzeit bis zum Abitur in Einklang zu bringen.

„Unser Ziel ist es, jedem Jugendlichen an unserer Schule einen passgenauen Bildungsgang zum Abitur gemäß seinen Neigungen, Begabungen und einem ihm passenden Tempo zu ermöglichen," erklärt der Schulleiter und zeigt sich überzeugt, "dass es weiterhin Schüler gibt, die auch ohne Schwierigkeiten das Abitur bereits nach einem achtjährigen Besuch des Gymnasiums erfolgreich absolvieren können.“

Die Schulleitung entwickelt daher nun in Abstimmung mit den Elternvertretern und der Stadt Rüthen ein Konzept, in dem Schülern sowohl den Weg zum Abitur nach neun oder schon nach acht Jahren wählen können. Den Stand der Überlegungen stellte das Leitungsgremium des FSG nun bei einem Treffen Bürgermeister Peter Weiken, dem Beigeordneten Hubert Betten und der Schulpflegschaftsvorsitzenden Annette Herbst-Köller vor, die sich von den Ideen beeindruckt zeigten.

Mit dem Start der neuen Sextaner am Gymnasium will die Schule die Entwicklung ihrer Neuzugänge noch gezielter beobachten, Stärken und Schwächen diagnostizieren und sie vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse vertieft individuell fördern. Zusammen mit einer kontinuierlichen Beratung können Schule und Eltern gemeinsam abwägen, ob ein Kind seine Schullaufbahn beschleunigen könnte und möchte: „Hat ein Schüler das Potenzial, eine Jahrgangsstufe auszulassen, werden wir auf die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Eltern zugehen und sie intensiv beraten.“
Förder- und Vorbereitungselemente werden sicherstellen, dass trotz der Auslassung eines Schuljahres, die zu Beginn der Mittel- oder Oberstufe stattfinden könnte, die notwendigen Fertigkeiten erworben werden, um auch weiterhin erfolgreich mitarbeiten zu können. Entscheidend hierfür werden die G9-Rahmenbedingungen sein, die das Schulministerium hoffentlich bald veröffentlicht. Nicht aus den Augen verloren werden soll dabei aber, dass es nicht allein darum geht, in einer bestimmten Zeit das Abitur zu erwerben. Denn abseits der inhaltlichen Vorbereitung auf die Anforderungen in Hochschule oder Berufsleben seien es übergeordnete Ziele der Schule, die Fähigkeit zu Selbst- und Mitbestimmung durch ein angemessenes Maß an Allgemeinbildung zu vermitteln - ganz gleich, ob ein Schüler das Gymnasium acht oder neun Jahre besucht.

Keinen Zweifel lässt Lichte daran, wer die Entscheidungshoheit über einen verkürzten Bildungsweg haben wird: „Die Entscheidung, ob G9 oder G8 der richtige Weg zum Abitur ist, liegt allein bei den Jugendlichen und ihren Eltern."

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